Versorgungslücke geschlossen: Unterreitnau erhält öffentlich zugänglichen Defibrillator
Lindau (Bodensee) – Die neuen Reanimationsleitlinien 2025 unterstreichen die zentrale Bedeutung schneller Erste-Hilfe-Maßnahmen und des frühzeitigen Einsatzes eines Defibrillators. Passend dazu wurde nun im Lindauer Ortsteil Unterreitnau ein neuer öffentlich zugänglicher Automatisierter Externer Defibrillator (AED) installiert. Der Landkreis Lindau finanziert zwei neue Geräte. Darunter auch ein Gerät, das künftig in Hergatz platziert wird. Die Sparkassenstiftung Schwaben-Bodensee unterstützt das Vorhaben mit insgesamt 4.250 Euro. Den Betrieb des Geräts in Unterreitnau übernimmt künftig die Stadt Lindau.
Mit der Veröffentlichung der Reanimationsleitlinien 2025 wird einmal mehr deutlich: Die ersten Minuten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheiden über Leben und Tod. Eine sofortige Alarmierung, konsequente Herzdruckmassage und der frühzeitige Einsatz eines Defibrillators erhöhen die Überlebenschancen erheblich. Die neuen Leitlinien vereinfachen das Vorgehen für Laien und stärken das Vertrauen, im Notfall richtig zu handeln.
Vor diesem Hintergrund wird die Ausstattung des Landkreises Lindau mit öffentlich zugänglichen Defibrillatoren weiter ausgebaut. In dieser Woche wurde ein neuer AED an der „Alten Schule“, Unterreitnau 13, in Lindau angebracht. Der Standort ist rund um die Uhr von außen zugänglich und damit jederzeit erreichbar. Die Botschaft ist klar: Je schneller ein Defibrillator eingesetzt wird, desto größer die Chance, ein Menschenleben zu retten. Gerade aus diesem Grund ist es besonders wichtig, vorsorglich vorbereitet zu sein.
Der Landkreis Lindau hat die Finanzierung von zwei neuen Defibrillatoren übernommen. Die Sparkassenstiftung Schwaben-Bodensee ermöglicht die Anschaffung mit einem Zuschuss in Höhe von 4.250 Euro, während die Stadt Lindau künftig den Betrieb des Defibrillators in Unterreitnau sicherstellt. Neben Unterreitnau wird auch die Gemeinde Hergatz zeitnah mit einem neuen Defibrillator ausgestattet.
„Mit der Installation dieses AED schaffen wir ein zusätzliches Sicherheitsnetz für die Menschen in Unterreitnau“, sagt Landrat Elmar Stegmann. „Der schnelle Zugang zu einem Defibrillator stärkt die Erstversorgung vor Ort und kann im entscheidenden Fall Leben retten.“
Er ergänzt: „Mir ist wichtig, dass Hilfe dort verfügbar ist, wo Menschen leben, arbeiten und sich begegnen. Jeder öffentlich zugängliche AED ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir Verantwortung füreinander übernehmen.“
Der neue AED wurde gemeinsam mit der Initiative Region der Lebensretter geplant, die im Landkreis Lindau eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der notfallmedizinischen Erstversorgung spielt. Der Verein betreibt ein digitales Alarmierungssystem, mit dem geschulte ehrenamtliche Ersthelferinnen und Ersthelfer in unmittelbarer Nähe eines Notfalls per App benachrichtigt werden. Sie können bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes lebensrettende Maßnahmen einleiten und damit entscheidend zur Erhöhung der Überlebenschancen beitragen.
Da Ersthelferinnen und -helfer noch vor dem Rettungsdienst am Einsatzort sind, kommt ihnen eine verantwortungsvolle Rolle zu. Im Rahmen der Woche der Wiederbelebung schulte die Gesundheitsregionplus des Landkreises Lindau und das Bayerische Rote Kreuz vergangene Woche deshalb zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an verschiedenen Standorten im Landkreis Lindau. Ziel der Aktion war es, Unsicherheiten abzubauen und möglichst viele interessierte Menschen zur korrekten Ersten Hilfe zu befähigen. Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Landkreis Lindau haben sich im Rahmen des Angebots mit dem Thema Wiederbelebung auseinandergesetzt und konnten aktiv die Herzdruckmassage üben.
Die Bevölkerung soll nun auch über den neuen AED-Standort in Unterreitnau in Kenntnis gesetzt werden – denn nur wer weiß, wo sich ein AED befindet, kann diesen im Notfall auch schnell einsetzen. Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons betont: „Wir freuen uns, als Stadt den Betrieb des neuen AED-Standorts zu übernehmen. Mit jedem neuen Defibrillator wächst die Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger. So kann jeder von uns im Ernstfall Leben retten.“
Auch die Sparkassenstiftung sieht das Projekt als wichtigen Beitrag zur regionalen Gesundheitsförderung. „Mit unserer Unterstützung wollen wir ermöglichen, dass im entscheidenden Moment wertvolle Minuten gewonnen werden“, erklärt Bernd Fischer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwaben-Bodensee. „Je früher ein AED eingesetzt wird, desto höher sind die Überlebenschancen.“
Insgesamt sind momentan über 60 öffentlich zugängliche AEDs im Landkreis Lindau gelistet. Der Landkreis ruft gemeinsam mit der GesundheitsregionPlus Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich mit den AED-Standorten in ihrer Nähe vertraut zu machen und im Ernstfall beherzt zu handeln.
Auf der AED-Katasterkarte der Region der Lebensretter sind alle Standorte der öffentlich zugänglichen Defibrillatoren eingetragen und werden laufend aktualisiert.
