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18.08.2025

Sonne(n) mit Verstand - statt Sonnenbrand

Lindau (Bodensee) – Mit dem Motto „Sonne(n) mit Verstand - statt Sonnenbrand“ informieren der Landkreis Lindau und die AOK Kempten-Oberallgäu-Lindau über die steigenden Gesundheitsrisiken durch UV-Strahlung und Hitze. Die Kampagne richtet sich an junge Erwachsene, Seniorinnen und Senioren sowie Eltern, um wirksame Schutzmaßnahmen im Alltag zu fördern. Aktuelle Zahlen aus Bayern und der Region zeigen: Prävention kann Leben retten.

Nach einer langen Regenperiode genießen die Menschen nun endlich wieder warme Sommertage mitten in den Ferien. Die Freibäder sind gut besucht, die Liegewiesen voll und viele verbringen ihre Freizeit unter freiem Himmel. Die sommerlichen Temperaturen und die steigende Zahl sonniger Tage bringen nicht nur Freude, sondern auch wachsende gesundheitliche Risiken mit sich. UV-Strahlung gilt als der wichtigste auslösende Faktor für Hautkrebs, der in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen zählt.

Im Landkreis Lindau (Bodensee) leben laut Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Stand 2023) rund 1.800 Menschen ab 30 Jahren mit hellem Hautkrebs. Das entspricht etwa drei von hundert Erwachsenen in der Region und liegt damit nur geringfügig unter dem bayerischen Durchschnitt. Schwarzer Hautkrebs betrifft etwa 420 Menschen ab 15 Jahren, also etwas mehr als jede oder jeden Zweihundertsten. Hier liegt Lindau über dem bayernweiten Wert. Vor allem beim schwarzen Hautkrebs gehört der Landkreis im bayernweiten Vergleich zu den Regionen mit erhöhter Belastung. Auffällig ist, dass die Zahlen seit mehreren Jahren stabil hoch sind. Da Hautkrebs in den meisten Fällen durch langjährige UV-Belastung entsteht, sind gerade regelmäßiger Sonnenschutz und Vorsorgeuntersuchungen entscheidend, um neue Erkrankungen zu verhindern und bestehende früh zu erkennen.

„Der AOK Kempten-Oberallgäu-Lindau liegt die Gesundheit unserer Versicherten und aller Menschen in der Region sehr am Herzen. Prävention steht bei uns ganz oben – denn Vorbeugen ist besser als Heilen. Mit der Bereitstellung der UV-Index-Tafeln wollen wir einen sichtbaren Beitrag leisten, um die Bevölkerung vor den Risiken intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen und so das Bewusstsein für den Schutz vor Sonnenbrand und Hautkrebs zu stärken“, sagt Hans Schuwald, Beiratsvorsitzender bei der AOK in Kempten-Oberallgäu-Lindau. „Der Klimawandel stellt uns vor neue Herausforderungen – insbesondere bei Hitze und UV-Belastung. Deshalb setzt die AOK als regionale Krankenkasse konsequent auf Aufklärung, nachhaltige Präventionsmaßnahmen und praktische Hilfestellungen im Alltag. Unsere Gesundheitsangebote sind vor Ort verankert und orientieren sich an den Bedürfnissen der Menschen in unserer Heimat“, so Hans Schuwald weiter. „Mit unserem Engagement für Prävention und Gesundheitsförderung leisten wir einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Region. Gesundheitliche Risiken durch den Klimawandel aktiv anzugehen heißt für uns auch, Verantwortung für zukünftige Generationen zu übernehmen.“, so Hans Schuwald.

„Mit unserer Gemeinschaftsaktion möchten wir alle Bürgerinnen und Bürger erreichen, vom jungen Erwachsenen bis zu unseren Seniorinnen und Senioren und zeigen, wie wichtig es ist, die Sonne bewusst zu genießen“, sagt Landrat Elmar Stegmann. „Gesundheitsschutz gelingt am besten, wenn wir als Region zusammenhalten. Wer sich schützt, tut nicht nur etwas Gutes für sich selbst, sondern auch für Familie, Freunde und unsere ganze Gemeinschaft. Darum setzen wir auf Information, Miteinander und leicht umsetzbare Tipps, die wirklich helfen.“

Neben dem Risiko für Hautkrebs nehmen auch die gesundheitlichen Folgen von Hitzeperioden spürbar zu. Studien zeigen, dass in besonders heißen Sommern in Deutschland mehrere tausend zusätzliche Todesfälle auf die hohen Temperaturen zurückzuführen sind. Bundesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts in

in den Jahren 2018 und 2019 jeweils etwa 7.000 und mehr hitzebedingten Sterbefällen. Die Schätzung für das Jahr 2025 ist noch unvollständig. Bis zur Kalenderwoche 30 wurden deutschlandweit rund 1.620 hitzebedingte Sterbefälle geschätzt. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenerkrankungen oder Demenz.

Die Empfehlungen sind klar: ausreichend trinken, körperliche Anstrengung in der Mittagshitze vermeiden, schattige oder kühle Orte aufsuchen und auf Warnsignale des Körpers achten. Dazu gehört auch die regelmäßige Hautvorsorge. Das Hautkrebs-Screening ist eine einfache und wirkungsvolle Maßnahme, um Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen. Dieses Screening bieten die gesetzlichen Krankenkassen Frauen und Männern ab 35 Jahren alle zwei Jahre kostenlos an. Die AOK Bayern geht hier sogar noch einen Schritt weiter: „Wir übernehmen als eine der wenigen Krankenkassen bereits ab dem 18. Lebensjahr die Kosten für das Hautkrebs-Screening“, erklärt Thomas Michel, Direktor der AOK Kempten-Oberallgäu-Lindau. „Damit stärken wir das Präventionsangebot und ermöglichen einen noch früheren Schutz für junge Erwachsene. Prävention ist für uns der Schlüssel, um Gesundheit langfristig zu erhalten und Erkrankungen frühzeitig vorzubeugen.“

Am vergangenen Mittwoch war das Thema Gesundheitsvorsorge im Landkreis Lindau ganz praktisch erlebbar. Im Freibad Oberreute fand eine gemeinsame Aktion der Gesundheitsregionplus, der AOK Kempten-Oberallgäu-Lindau und der Gemeinde Oberreute statt. Besucherinnen und Besucher wurden dort zum Thema Sonnenschutz und Hitze beraten und informiert und erhielten passende Give-aways wie Sonnencreme, Kopfbedeckungen, Trinkflaschen und Sonnenbrillen. Zudem konnten sie sich zur Hautkrebsfrüherkennung informieren und Tipps für einen gesunden Umgang mit Sommerhitze erhalten. „Diese Aktion war für unsere Gemeinde wirklich wertvoll und wir unterstützen solche Angebote sehr gerne“, sagte Bürgermeister Stefan Schneider von Oberreute. „Gerade in den Sommerferien ist es wichtig, Familien mit Kindern anschaulich an das Thema heranzuführen und ihnen praktische Unterstützung für den Alltag mitzugeben.“

„Wir wollen, dass die Menschen in unserer Region nicht nur wissen, wie sie sich schützen können, sondern dies auch im Alltag umsetzen“, erklärt Thomas Kaleja, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregionplus im Landkreis Lindau. „Ob Sonnenschutz für Kinder, der richtige Umgang mit heißen Tagen oder das frühzeitige Erkennen von Warnzeichen, unser Ziel ist es, das Gesundheitsbewusstsein nachhaltig zu stärken.“

Weitere Informationen zu Sonnenschutz, UV-Index, Hitzeschutz und Hautkrebsfrüherkennung gibt es auf unserer Website unter: https://www.landkreis-lindau.de/Gesellschaft-Soziales-Gesundheit/Gesundheitsregion-plus/Sonne-n-mit-Verstand/