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21.01.2026

Psychiatrische Versorgung im Landkreis Lindau: Beharrlichkeit führt zum Erfolg - Neue Facharztpraxis eröffnet

Lindau (Bodensee) – Lange Wartezeiten und weite Wege für psychisch erkrankte Menschen im Landkreis Lindau gehören bald der Vergangenheit an. Mit der Eröffnung der Praxis von Dr. Džemal Ibričević wird ein zentrales Versprechen von Landrat Elmar Stegmann eingelöst. Der Erfolg zeigt: Strategisches Dranbleiben und die enge Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) zahlen sich für die Bürger aus.

Noch im Mai 2025 betonte Landrat Elmar Stegmann: „Es lohnt sich, dranzubleiben.“ Jetzt ist aus dieser Ankündigung Realität geworden. Mit Dr. Džemal Ibričević, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gewinnt der Landkreis eine dringend benötigte fachärztliche Kapazität. Über Jahre hinweg war die psychiatrische Versorgung in der Region unter enormem Druck, zeitweise gab es keinen einzigen niedergelassenen Facharzt für diesen Bereich im Landkreis.

Transparenz als Schlüssel zum Erfolg

Der Weg zu dieser Verbesserung war komplex. Da Landkreise selbst keine Arztsitze vergeben können, setzte Landrat Stegmann auf einen strategischen Hebel: Transparenz. Auf der Website der Kassenärztlichen Vereinigung waren Neurologie und Psychiatrie lange gemeinsam ausgewiesen. Da der Landkreis Lindau im Bereich der Neurologie rechnerisch als überversorgt gilt, war nicht erkennbar, dass im Fachgebiet Psychiatrie gleichzeitig ein erheblicher Mangel bestand. Für interessierte Fachärztinnen und Fachärzte war damit kaum sichtbar, dass eine Niederlassung im Landkreis dringend benötigt und grundsätzlich möglich gewesen wäre.

In persönlichen Gesprächen, unter anderem mit der stellvertretenden Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Dr. Claudia Ritter-Rupp, machte Landrat Stegmann diese Schieflage deutlich. Mit Erfolg: Die KVB passte ihre Darstellung an. Aktuell weist die Statistik 1,5 freie Arztsitze für Psychiatrie aus – die Grundvoraussetzung für die Niederlassung von Dr. Ibričević.

Ein Netzwerk für die Gesundheit

Die Ansiedlung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines umfassenden Versorgungskonzepts, das der Kreistag mit erheblichen Mitteln unterstützt.

Die Gesundheitsregionplus des Landkreises agierte dabei als zentraler Motor. Sie brachte Kommunen, Mediziner und Verwaltung an einen Tisch, um gemeinsam Lösungen zu finden. Ein weiterer Erfolg dieses Netzwerks ist die bereits eröffnete Tagesklinik für psychosomatische Erkrankungen an der Oberberg Fachklinik in Scheidegg.

Landrat Elmar Stegmann freut sich über die Entwicklung: „Die Eröffnung dieser Praxis ist ein wichtiges Signal. Wir haben viele kleine, aber konsequente Schritte unternommen. Doch wir sind noch nicht am Ziel. Ich werde mich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass auch die verbleibenden Sitze besetzt werden, um die Versorgung für die Menschen in unserer Heimat weiter zu verbessern.“

Im Prozess war auch der Ärztliche Kreisverband Lindau und insbesondere dessen Vorsitzender Dr. Klaus Adams eng eingebunden, dieser beteiligte sich aktiv an der Netzwerkarbeit und den Bemühungen zur Gewinnung eines Psychiaters für den Landkreis. „Der lange Atem sowie das Zusammenwirken Vieler hat diesen Erfolg gebracht. Ich danke dem Ärztlichen Kreisverband und Herrn Dr. Adams für die große fachliche Unterstützung. Ebenso danke ich der Kassenärztliche Vereinigung Bayerns sowie dem Zulassungsausschuss für die Bewilligung dieses Kassenarztsitzes“, so Landrat Stegmann.

Dr. Džemal Ibričević blickt seiner Aufgabe positiv entgegen: „Mir ist es wichtig, Patienten wohnortnah und mit der nötigen Zeit zu begleiten. Im Landkreis Lindau spüre ich ein echtes Interesse an einer nachhaltigen Verbesserung der Versorgung. Das sind beste Voraussetzungen für eine langfristige Zusammenarbeit.“

Der Landkreis Lindau wird den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen und die weiteren Maßnahmen aus dem Versorgungskonzept Schritt für Schritt umsetzen. Ziel bleibt eine verlässliche, wohnortnahe und zukunftsfähige psychiatrische Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis. Denn eines ist klar: „Es lohnt sich, dranzubleiben.“