Landrat Elmar Stegmann bürgert Visnja Witsch persönlich ein - eine starke Stimme für den Kinderschutz erhält die deutsche Staatsangehörigkeit
Lindau (Bodensee) – Ein besonderer Moment im Landratsamt: In einer feierlichen Zeremonie hat Landrat Elmar Stegmann die Geschäftsleiterin des Kinderschutzbunds Lindenberg/Westallgäu, Visnja Witsch, persönlich eingebürgert und ihr herzlich zur doppelten Staatsbürgerschaft gratuliert. Mit großer Wertschätzung würdigte Stegmann ihr langjähriges Engagement: „Ich freue mich sehr, dass Menschen wie Frau Witsch unser Gemeinwesen stärken. Wer sich mit solcher Beharrlichkeit und Herzenswärme für den Kinderschutz einsetzt, ist längst ein unverzichtbarer Teil unserer Gemeinschaft.“
Visnja Witsch kam 1992 aus Bosnien und Herzegowina nach Deutschland – ursprünglich mit dem Gedanken, nur vorübergehend zu bleiben. Heute ist das Allgäu ihre Heimat. Nach dem Studium in München kehrte sie bewusst in die Region zurück. Seit über zwei Jahrzehnten engagiert sie sich im Kinderschutzbund, seit 17 Jahren leitet sie dessen Geschäftsstelle in Lindenberg. „Jetzt kann ich es mir gar nicht mehr anders vorstellen. Ich bin sehr glücklich darüber, nun auch ganz offiziell deutsche Staatsbürgerin zu sein“, sagte sie nach der Unterzeichnung der Einbürgerungsurkunde sichtlich bewegt.
Landrat Stegmann unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung der Einbürgerung: „Sie ist weit mehr als ein Verwaltungsakt – sie ist ein klares Bekenntnis zu einem gemeinsamen Weg. Wer so aktiv Verantwortung übernimmt wie Frau Witsch, trägt dazu bei, unsere Gesellschaft zu gestalten und zusammenzuführen.“ Und weiter: „Eine Einbürgerung ist ein klares Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung – und ein Brückenschlag zwischen Herkunft und Zukunft. Sie stärkt unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, weil sie auf Anerkennung, Teilhabe und gegenseitigem Respekt basiert.“ Zugleich verwies er auf die Tragweite des Bürgerrechts: „Wer sich für die deutsche Staatsangehörigkeit entscheidet, sagt Ja zu unseren Werten – zu Freiheit, Gleichberechtigung und Rechtsstaatlichkeit. Werte, die wir allzu oft für selbstverständlich halten, die aber aktuell unter Druck stehen und die wir immer wieder aufs Neue verteidigen müssen.“
Zahl der Einbürgerungen steigt weiter
Seit der letzten feierlichen Einbürgerung im November 2024 wurden im Landkreis Lindau 312 Menschen aus 58 Nationen eingebürgert – darunter 143 Männer, 169 Frauen und 58 Minderjährige. Die meisten neuen Staatsbürger stammen aus der Türkei (40), dem Kosovo (22), der Russischen Föderation (21), Bosnien und Herzegowina (20), Indien (14), Rumänien (14), Syrien (13) und Nordmazedonien (12).
Hintergrund zur Einbürgerung
Wer dauerhaft in Deutschland lebt, kann unter bestimmten Voraussetzungen eingebürgert werden – unter anderem durch einen mindestens fünfjährigen rechtmäßigen Aufenthalt, ausreichende Deutschkenntnisse, finanzielle Eigenständigkeit, Straffreiheit sowie in der Regel durch das Bestehen eines Einbürgerungstests.
