Gesundheitsregionplus Landkreis Lindau sensibilisiert in Freibädern für Hitze und UV-Schutz
Lindau (Bodensee) – Sonne und sommerliche Temperaturen gehören für viele Menschen zum Sommer. Gleichzeitig werden die gesundheitlichen Risiken durch Hitze und ultraviolette Strahlung häufig unterschätzt. Die Gesundheitsregionᵖˡᵘˢ Landkreis Lindau (Bodensee) greift diese Themen deshalb im Rahmen ihres Beitrags zum Masterplan Prävention auf und bringt wichtige Präventionsbotschaften direkt zu den Menschen. Nach einem Informationsstand am 7. August im „Lindi“, ehemalig „Seebad Lindenhof“, in Lindau folgt am kommenden Donnerstag, 13. August 2026, ein weiterer Aktionstag im Freibad Weiler im Allgäu. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen die Themen Hitze, UV-Strahlung, Sonnenschutz, der Schutz besonders gefährdeter Personengruppen sowie Hautkrebsvorsorge.
Die Aktion orientiert sich unter anderem an der bayerischen Initiative „Sonne(n) mit Verstand ... statt Sonnenbrand“. Dabei geht es nicht darum, den Menschen die Freude an Sonne und sommerlichen Aktivitäten zu nehmen. Vielmehr sollen sie darüber informiert werden, wie sie Risiken besser einschätzen und einfache Schutzmaßnahmen selbstverständlich in den Alltag integrieren können. Denn gerade UV-Strahlung wird schnell unterschätzt. Sie ist weder sichtbar noch spürbar und erreicht die Erdoberfläche auch bei Bewölkung. Der UV-Index macht diese unsichtbare Belastung auf einer Skala sichtbar. Je höher der Wert, desto größer sind UV-Belastung und Gefährdung der Haut. Dabei kann auch die Reflexion von Sonnenstrahlen an Gewässern die UV-Belastung erhöhen.
„Prävention ist dort besonders wirksam, wo sie nah an den Menschen stattfindet und konkrete Hilfestellungen für den Alltag gibt. Mit diesen Aktionstagen wollen wir Gesundheitswissen unmittelbar dorthin bringen, wo Sonnenschutz und der richtige Umgang mit Hitze eine ganz praktische Bedeutung haben. Gleichzeitig geht es darum, nicht nur auf sich selbst zu achten, sondern auch Verantwortung füreinander zu übernehmen“, sagt Landrat Elmar Stegmann.
Von Lindau ins Westallgäu
Den Auftakt bildete am 7. August ein Informationsstand im „Lindi“ in Lindau. Dort in-formierte die Geschäftsstelle der Gesundheitsregionᵖˡᵘˢ rund um die Themen Hitze, UV-Strahlung und Sonnenschutz. Am Donnerstag, 13. August, wird die Aktion im Freibad Weiler im Allgäu fortgesetzt. Damit wird das Angebot sowohl im Raum Lindau als auch im Westallgäu unmittelbar zu den Menschen gebracht.
An den Informationsständen werden die offiziellen Informationsmaterialien des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ausgegeben. Ergänzend stehen thematisch passende Giveaways wie Trinkflaschen, Sonnenhüte und Mützen, Sonnencreme und Sonnenbrillen sowie Frisbees für Kinder zur Verfügung. Vor allem aber sollen persönliche Gespräche Gelegenheit bieten, Fragen zu stellen und praktische Hinweise für den eigenen Alltag mitzunehmen.
Zusätzlich werden UV-Index-Tafeln an die beiden Freibäder übergeben. Im „Lindi“ erfolgte die Übergabe bereits im Rahmen des ersten Aktionstages, in Weiler ist sie für den 13. August vorgesehen. Die Tafeln wurden mit Unterstützung der AOK Kempten-Oberallgäu-Lindau sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention im Rahmen des Masterplans Prävention gefördert. Sie sollen über die Aktionstage hinaus dauerhaft für das Thema sensibilisieren und die jeweilige UV-Belastung anschaulich vermitteln.
Die Haut vergisst nichts
Eine der zentralen Botschaften lautet: „Die Haut vergisst nichts.“ UV-Strahlung kann die Haut auch dann schädigen, wenn zunächst keine unmittelbaren Beschwerden wahrgenommen werden. Wiederholte schwere Sonnenbrände, besonders in Kindheit und Jugend, erhöhen das Risiko für die Entstehung eines malignen Melanoms, des schwarzen Hautkrebses.
Besonders wichtig ist deshalb der Schutz von Kindern. Die Empfehlungen des Bayerischen Staatsministeriums stellen klar, dass Kinder unter zwei Jahren nicht direkter Sonne ausgesetzt werden sollen. Als Grundregel gilt beim Sonnenschutz die Reihenfolge vermeiden, bedecken, cremen. Die intensive Mittagssonne sollte gemieden werden, schützende Kleidung und eine Kopfbedeckung gehören ebenso dazu wie Sonnenschutzmittel für unbedeckte Hautstellen. Für Kinder wird mindestens Lichtschutzfaktor 30, bei Bedarf auch ein höherer Schutzfaktor, empfohlen. Ebenso wichtig ist die Vorbildfunktion der Erwachsenen.
„Wir möchten die Menschen nicht mit erhobenem Zeigefinger ansprechen. Viele Schutzmaßnahmen sind einfach und lassen sich ohne großen Aufwand umsetzen. Gerade bei Kindern können wir früh die richtigen Gewohnheiten vorleben. Und wenn wir wissen, dass die Haut nichts vergisst, wird deutlich, warum Vorsorge nicht erst dann beginnen darf, wenn bereits etwas passiert ist. Gleichzeitig sollten wir an heißen Tagen auch einen Blick auf unsere Mitmenschen haben. Prävention bedeutet für mich deshalb immer auch, aufeinander zu achten“, betont Thomas Kaleja, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregionᵖˡᵘˢ Landkreis Lindau (Bodensee).
Früherkennung gehört zur Vorsorge
Neben dem konsequenten Sonnenschutz soll auch die Bedeutung der Früherkennung vermittelt werden. Gerade beim malignen Melanom gilt: Je früher es erkannt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Deshalb empfiehlt die Informationsbroschüre das Staatsministeriums, die eigene Haut regelmäßig zu beobachten und beispielsweise Veränderungen von Pigmentmalen ernst zu nehmen.
Darüber hinaus bieten die gesetzlichen Krankenkassen ihren Mitgliedern über 35 Jahren alle zwei Jahre ein kostenloses Hautscreening bei einem qualifizierten Hausarzt oder Hautarzt an. Die Aktion soll deshalb nicht nur zum richtigen Verhalten in der Sonne motivieren, sondern auch dazu beitragen, bestehende Vorsorgeangebote stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Hitze kann besonders gefährdete Menschen stark belasten
Neben UV-Strahlung stellt die gesundheitliche Belastung durch hohe Temperaturen einen zweiten Schwerpunkt dar. Nicht alle Menschen können Hitze gleichermaßen gut kompensieren. Zu den besonders gefährdeten Gruppen gehören unter anderem Säuglinge und Kinder bis vier Jahre, Menschen ab 65 Jahren sowie pflegebedürftige Menschen. Auch chronische Erkrankungen oder bestimmte Medikamente können die Hitzeanfälligkeit erhöhen.
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit empfiehlt bei hohen Temperaturen unter anderem regelmäßiges und ausreichendes Trinken, leichte Kleidung, das Meiden direkter Sonne und die Verlagerung körperlicher Aktivitäten auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Bei ungewöhnlichen Beschwerden wie Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen oder Erbrechen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Ein besonderes Augenmerk gilt auch pflegebedürftigen Menschen. Bei älteren Menschen können Temperaturregulation, Hitzeempfinden und Durstgefühl eingeschränkt sein. Einfache Maßnahmen wie das Kühlen der Wohnräume, geeignete Kleidung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine aufmerksame Beobachtung können dazu beitragen, gesundheitliche Risiken während Hitzeperioden zu reduzieren.
Mit den beiden Aktionstagen verbindet die Gesundheitsregionᵖˡᵘˢ Information mit konkreter Prävention vor Ort. Die Botschaft: Sonne mit Verstand genießen, sich frühzeitig schützen und bei Hitze und hoher UV-Belastung nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf die Menschen in der eigenen Umgebung achten.
