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17.11.2025

Gesundheitsforum und Präventionskonferenz: Expertinnen und Experten setzen im neunten Forum der Gesundheitsregionplus wichtige Impulse

Lindau (Bodensee) – Fachleute aus Gesundheitsversorgung, Gesundheitsvorsorge und Prävention sowie Pflege trafen sich beim neunten Gesundheitsforum der Gesundheitsregionplus Landkreis Lindau. Direkt im Anschluss fand die erste Präventionskonferenz statt, bei der der Masterplan Prävention Bayern vorgestellt wurde. Der Abend zeigte, wie wichtig die Netzwerkarbeit unter dem Dach der Gesundheitsregionplus ist, um gemeinsam Ressourcen zu bündeln, neue Ideen zu entwickeln und Projekte erfolgreich auf den Weg zu bringen.

„Unser deutsches Gesundheitssystem verändert sich gerade sehr stark. Diesen Wandel wollen wir aktiv gestalten. Die Sicherstellung einer zeitgemäßen Gesundheitsversorgung unserer Bürgerinnen und Bürger ist für mich als Landrat eine Daueraufgabe. Unser Engagement ist dabei umfassend: Wir stärken gezielt die ambulante Versorgung vor Ort, sichern unsere Krankenhausstrukturen ab und unterstützen ebenso den unverzichtbaren Bereich der Pflege. Nur wenn wir diese drei Säulen – Arzt, Klinik und Pflege – gleichzeitig stark machen, schaffen wir eine sichere und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung hier im Landkreis Lindau“, betonte Landrat Elmar Stegmann. Rund 30 Expertinnen und Experten aus der medizinischen Versorgung, der Gesundheitsvorsorge, der Prävention und der Pflege kamen in der Oberberg Fachklinik Scheidegg zum neunten Gesundheitsforum zusammen, um aktuelle Themen zu diskutieren und neue Impulse für die Gesundheitsarbeit im Landkreis zu setzen. Das Forum hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Austauschformat entwickelt, das wichtige Entwicklungen anstößt und gemeinsames Handeln ermöglicht.

Im Mittelpunkt stand ein neues tagesklinisches Angebot der Oberberg Fachklinik, das einen wichtigen Mehrwert für den Landkreis schafft. Die tagesklinische Versorgung ermöglicht eine psychosoziale Behandlung, ohne dass Patientinnen und Patienten ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen. Dadurch wird die regionale Versorgung gestärkt, Wartezeiten können reduziert werden und Betroffene erhalten wohnortnahe Unterstützung, die ihren Alltag entlastet und gleichzeitig eine hochwertige Therapie ermöglicht.

Darüber hinaus wurden aktuelle Projekte der Gesundheitsregionplus vorgestellt, die die zukünftige Gesundheitsversorgung im Landkreis weiter stärken sollen. Dazu gehören der regionale Ausbildungsverbund Pflege und die Gründung eines Weiterbildungsverbunds für Allgemeinmedizin. Zudem wurde ein Überblick über zahlreiche niedrigschwellige Aktionen gegeben, die im Landkreis umgesetzt wurden.

Dazu gehörten unter anderem Informationsstände zur Hautgesundheit mit Unterstützung der UV-Index-Kampagne, Bewegungs- und Mitmachangebote im Rahmen der Gesundheitswoche vom Allgäu bis zum Bodensee, die Veranstaltung „Vom Like zur Lüge“ im Rahmen der Tage der Seelischen Gesundheit sowie wichtige Informationskampagnen zur HPV-Impfung und weiteren Präventionsthemen. Diese vielfältigen Aktivitäten zeigen eindrucksvoll, wie breit das Netzwerk im Landkreis aufgestellt ist und wie eng unterschiedliche Bereiche zusammenarbeiten. Außerdem stellte Anna Schäfer das neue Bewegungs- und Gesundheitsprogramm der Volkshochschule Lindau vor, das ältere Menschen zu einem aktiven und gesundheitsförderlichen Alltag motivieren soll.

Eine wichtige Botschaft des Abends war der Hinweis auf die kommende Entwicklung der Gesundheitsregionplus. Zwar endet die bisherige Förderung zum Jahresende, doch die erfolgreiche Arbeit wird fortgeführt. Ab dem 1. Januar wird die Gesundheitsregionplus dauerhaft verstetigt und damit zu einem festen Bestandteil der regionalen Gesundheitsplanung. Landrat Elmar Stegmann betonte in diesem Zusammenhang, wie wichtig diese Entscheidung ist: „Unsere Region profitiert von Menschen, die bereit sind, sich einzubringen und gemeinsam Lösungen unter dem Dach der Gesundheitsregionplus zu entwickeln. Das Gesundheitsforum und die Präventionskonferenz zeigen, dass wir im Landkreis Lindau Gesundheit als Gemeinschaftsaufgabe verstehen. Wir wollen diesen gemeinsamen Weg weitergehen. Eine starke Gesundheitsversorgung entsteht nur, wenn Verwaltung, Fachleute und Bevölkerung an einem Strang ziehen. Dafür setze ich mich ein.“

Im direkten Anschluss an das Gesundheitsforum eröffnete Thomas Kaleja die Präventionskonferenz des Landkreises Lindau. Sie bildet den Auftakt zur regionalen Umsetzung des Masterplans Prävention Bayern, der Gesundheitsförderung und Vorsorge künftig noch stärker in den Mittelpunkt rücken will. Die dargestellten Zahlen machten klar, wie notwendig diese Arbeit ist. Ein großer Teil der Erkrankungen, die Menschen im Laufe ihres Lebens betreffen, kann durch gute Vorsorge, gesunde Lebensbedingungen und verständliche Informationen in seinem Verlauf positiv beeinflusst werden. Auch die Tatsache, dass viele Menschen Gesundheitsinformationen nicht sicher einschätzen können, unterstreicht den Bedarf an niedrigschwelligen Angeboten.

Der Masterplan Prävention Bayern verfolgt deshalb das Ziel, Gesundheitskompetenz zu stärken, gesundes Verhalten zu fördern und regionale Strukturen zu unterstützen. Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit vieler Akteure aus unterschiedlichen Bereichen. Diese gemeinschaftliche Verantwortung bestand bereits im Gesundheitsforum und zeigte sich nun auch in der Präventionskonferenz.

Ein zentrales Thema des Abends war der Gedanke, dass Prävention eine Aufgabe für alle ist. Prävention beginnt im Alltag, in Vereinen, in Betrieben, in Schulen und in den Familien. Jeder Beitrag kann etwas bewirken. Thomas Kaleja, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregionplus, rief deshalb dazu auf, sich aktiv einzubringen.

Sein Appell lautete: „Jeder Beitrag zählt. Wer Ideen hat oder sich beteiligen möchte, ist eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen.“ Konkrete Ideen für die regionale Präventionsarbeit entwickeln Markus Weber, Leiter der Gesundheitsregionplus Kempten-Oberallgäu, und Thomas Kaleja bereits gemeinsam mit der AOK Bayern. In Gesprächen geht es unter anderem darum, wie Prävention künftig noch direkter in den Kommunen verankert werden kann. Welche neuen Ansätze daraus entstehen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.