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09.06.2026

Gemeinsam retten wir Leben 

Lindau (Bodensee) - Wenn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand jede Minute zählt, kann schnelle Hilfe aus der direkten Umgebung Leben retten. Genau hier setzt die Zusammenarbeit der Gesundheitsregionplus Landkreis Lindau (Bodensee) mit der Region der Lebensretter, dem BRK Kreisverband Lindau und den Feuerwehren im Landkreis an. Am 12. Mai fand in Weißensberg ein gemeinsames Training mit Feuerwehren, BRK und der Region der Lebensretter statt. Teilgenommen haben insgesamt 24 Feuerwehrdienstleistende aus vier Feuerwehren: Weißensberg war mit acht Teilnehmenden vertreten, Ellhofen und Sigmarszell jeweils mit sieben sowie Weiler mit zwei Teilnehmenden. Weitere Trainings sind bereits in Planung, um die Zahl qualifizierter Ersthelfender im Landkreis Lindau weiter zu erhöhen.

Das BRK war mit Kreisgeschäftsführer Roman Gaißer und einem engagierten Ausbilderteam vor Ort und brachte seine fachliche Erfahrung in der Reanimation, der Herzdruckmassage und der strukturierten Erstversorgung ein. Ziel des Trainings war es, ehrenamtliche Strukturen weiter zu stärken, qualifizierte Ersthelfende für den Einsatz vorzubereiten und die Rettungskette im Landkreis Lindau noch enger zu vernetzen. Gerade in ländlich geprägten Regionen können Wege für den Rettungsdienst länger sein. Umso wichtiger ist es, dass Menschen in unmittelbarer Nähe schnell alarmiert werden und die ersten lebensrettenden Maßnahmen einleiten können. Maximilian Mangold, Kreisbrandinspektor Fachbereich Ausbildung, Kreisfeuerwehrverband Lindau (B.), betont: „Wenn Feuerwehr, Rettungsdienst und engagierte Ersthelfende Hand in Hand arbeiten, schaffen wir ein starkes Netzwerk, das im Ernstfall wertvolle Minuten überbrückt und damit Leben retten kann.“

Die Region der Lebensretter setzt auf ein appbasiertes Ersthelfer-Alarmierungssystem. Registrierte und qualifizierte Ersthelfende können über ihr Smartphone durch die Leitstelle alarmiert werden, wenn in ihrer Nähe ein entsprechender Notfall gemeldet wird. Laut Region der Lebensretter können professionelle Ersthelfende, die in den ersten drei bis fünf Minuten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand eintreffen, die Überlebenschance deutlich erhöhen. „Wir sind besonders froh über das gesteigerte Interesse von Feuerwehrleuten. Sie sind erfahren in Einsatzsituationen und über alle Gemeinden sehr gut im Landkreis verteilt.“, so Nick Traenkle vom Verein Region der Lebensretter.

Für die Bevölkerung bedeutet das mehr Sicherheit im Alltag. Die Hilfe beginnt nicht erst mit dem Eintreffen des Rettungsdienstes, sondern im besten Fall bereits wenige Minuten nach dem Notruf.

Dabei greifen mehrere Bausteine ineinander: die Alarmierung über die Leitstelle, qualifizierte Ersthelfende in der Nähe, die Herzdruckmassage, der Einsatz von Defibrillatoren und anschließend die professionelle Versorgung durch Rettungsdienst und Notarzt. Auch die zunehmende Installation von Defibrillatoren im Landkreis ist ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie. Moderne Ersthelfersysteme können zudem registrierte Defibrillatoren in die Alarmierung einbeziehen und Helfende gezielt dorthin leiten.

„Gemeinsam retten wir Leben. Dieser Satz beschreibt sehr gut, worum es uns geht. Die Feuerwehren, das BRK, die Region der Lebensretter und viele engagierte Menschen im Landkreis leisten hier einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit der Bevölkerung. Entscheidend ist, dass qualifizierte Hilfe möglichst früh beginnt. Wer medizinisch ausgebildet ist oder einer Hilfsorganisation angehört, kann durch seine Registrierung ganz konkret dazu beitragen, die Zeit bis zur Reanimation zu verkürzen“, erklärt Roman Gaißer, Kreisgeschäftsführer des BRK Lindau.

Besonders erfreulich ist die Bereitschaft der Feuerwehren, sich in das Projekt einzubringen. Feuerwehrleute verfügen häufig über Erfahrung in Notfallsituationen, sind vor Ort gut vernetzt und können in ihren Gemeinden eine wichtige Rolle übernehmen. Unterstützt durch die fachliche Anleitung des BRK und die Alarmierungsstruktur der Region der Lebensretter entsteht so ein starkes Netzwerk, das im Ernstfall wertvolle Minuten gewinnen kann. Auch Angehörige von Gesundheitsberufen, Mitglieder von Hilfsorganisationen und weitere qualifizierte Personen sind eingeladen, sich über die Region der Lebensretter zu informieren und sich als Ersthelfende registrieren zu lassen.

Weitere Informationen zur Registrierung und zu den Voraussetzungen gibt es bei der Region der Lebensretter unter www.regionderlebensretter.de.