Moorschutz im Degermoos: Wiedervernässungsmaßnahmen zeigen erste Erfolge
Lindau (Bodensee) – Landrat Elmar Stegmann hat sich vor Ort ein Bild von den laufenden Moorschutzmaßnahmen auf den Landkreisflächen im Degermoos gemacht. Gemeinsam mit den Projektbeteiligten darunter Armin Woll, Moorschutzmanager im Landkreis Lindau, Britta Linde, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes (LPV) Lindau-Westallgäu und Ellen Rupprechter, ebenfalls aus dem Team des LPV, informierte er sich über den Stand der Wiedervernässungsmaßnahmen, die im Rahmen des vierjährigen Moor- und Wiesenschutzprojekts „BioKliArt Lindau“ umgesetzt werden.
Das Degermoos zählt zu den ökologisch besonders wertvollen Moorlandschaften der Region und ist aufgrund seines Artenreichtums von bundesweiter Bedeutung. Ziel der Maßnahmen ist es, die Moorflächen im Wald und Offenland wieder zu vernässen und damit ihre natürliche Funktion als Kohlenstoffspeicher zu stärken. So leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig verbessern die Maßnahmen den natürlichen Wasserrückhalt und tragen so zum Hochwasserschutz bei. Darüber hinaus entstehen wertvolle Lebensräume für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten.
„Moore sind wahre Klimaschützer und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Hochwasserschutz. Mit den Maßnahmen im Degermoos investieren wir nachhaltig in den Erhalt unserer einzigartigen Naturräume und in die Zukunft kommender Generationen. Es ist unsere Aufgabe, diese wertvollen Lebensräume zu bewahren, damit sie auch in Zukunft ihre vielfältigen Leistungen für Mensch, Natur und Klima entfalten können.“, betonte der Landrat. Um diese Entwicklung zu unterstützen, hat der Landkreis in den vergangenen Jahren mehrere Grundstücke im Degermoos erworben.
Erste Erfolge der Wiedervernässungsmaßnahmen sind bereits sichtbar. Zwei Maßnahmen, die im vergangenen Winter unter anderem auf Landkreisflächen stattgefunden haben, zeigen, dass der Wasserrückhalt funktioniert. Auch die neu angelegten Kleingewässer werden bereits von verschiedenen Libellenarten und Amphibien angenommen. Im kommenden Herbst ist der Bau von rund 30 weiteren Dämmen geplant.
Die Maßnahmen orientieren sich an den Empfehlungen des FFH-Managementplans sowie des Arten- und Biotopschutzprogramms und unterstützen gleichzeitig die Ziele des länderübergreifenden Moorschutzvorhabens zwischen Bayern und Baden-Württemberg.
Ermöglicht werden die Maßnahmen durch eine Förderung im Rahmen der Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinie des Freistaats Bayern sowie durch die Unterstützung der VBW Stiftung Lebensgrundlage Bayern.
Träger des Projekts ist der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. Die Planung und Umsetzung erfolgen in enger Abstimmung mit dem Moorschutzmanagement der Regierung von Schwaben sowie der unteren Naturschutzbehörde. Maßnahmen im Wald werden zudem eng mit der Forstverwaltung abgestimmt. Die Wiedervernässungs-maßnahmen auf Privatflächen erfolgen ausschließlich auf freiwilliger Basis.
Mit dem Vor-Ort-Termin unterstreicht der Landkreis Lindau die Bedeutung eines wirksamen Moorschutzes als zentrale Aufgabe für Klima-, Natur- und Artenschutz. Die Maßnahmen im Degermoos zeigen beispielhaft, wie durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure wertvolle Lebensräume erhalten und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann.
