Ersatzverkehr am Bodensee - Infos und Tipps +++ Bus statt Zug zwischen Kressbronn und Lindau bis 24. Juli
Viele Fragen löst der seit Montag bestehende Schienenersatzverkehr zwischen Kressbronn und Lindau bei den Fahrgästen aus: Welcher Fahrplan gilt? Können wir Fahrräder mitnehmen? Können wir als Schulklasse mitfahren? Wie kommen wir als Besucher eines Fests hin und zurück? Und: Muss das wirklich mitten in der Sommersaison sein?
Zwischen Kressbronn und Lindau ist die Bahnstrecke für Bauarbeiten gesperrt. Bis voraussichtlich 24. Juli fahren keine Züge, sondern Busse im Schienenersatzverkehr (SEV). Nicht nur Berufspendler und Schüler bekommen das zu spüren, sondern auch viele Ausflügler und Urlauber, die sich in diesen sommerlichen Tagen am Bodensee aufhalten.
Der Ersatzverkehr besteht zwischen den Bahnhöfen Kressbronn und Lindau-Reutin. In jede Richtung fahren die Busse in der Regel zweimal pro Stunde, stets angepasst an den Fahrplan der Züge in Kressbronn. Unterwegs gehalten wird in Nonnenhorn am Gasthaus Adler, in Wasserburg am Bahnhof, in Enzisweiler am Einkaufszentrum und in Lindau-Aeschach bei der AOK. Wer in Lindau auf die Insel möchte, kann die Busse und Bahnen zwischen Lindau-Reutin und der Insel nutzen. Für individuelle Verbindungsauskünfte empfiehlt der bodo-Verkehrsverbund die elektronische Fahrplanauskunft, beispielsweise auf www.bodo.de oder in der bodo-App. Die Lagepläne der Ersatzhaltestellen der einzelnen Bahnhöfe sind unter www.bahnhof.de verfügbar. Weiteres Informationsmaterial zum Ersatzverkehr gibt es unter www.bahn.de/bauarbeiten in der Rubrik „Baden-Württemberg“.
Aus Sicht des Verkehrsverbunds sind Instandhaltung und Modernisierung der Eisenbahnstrecken notwendig und ein positives Signal. Fakt ist aber auch, dass ein Ersatzverkehr praktisch niemals ein gleichwertiger Ersatz für die Bahn sein kann. Zusätzliches Umsteigen, weniger Sitzplätze und längere Fahrzeiten sind unvermeidbar. Fällt zudem ein Ersatzverkehr mit einer besonders hohen Nachfrage zusammen, wird die Situation noch schwieriger.
Zum großen Winzerfestival „Komm & See“ am 4. und 5. Juli im Raum Nonnenhorn, Wasserburg, Bodolz und Lindau wird der bestehende Ersatzverkehr eigens ausgeweitet. Mehr Busse und zusätzliche Fahrten, teilweise direkt von und nach Friedrichshafen, sollen Entlastung bringen. Allerdings ist, mit Blick auf das Fahrgastaufkommen der vergangenen Jahre und die sonnigen Wetteraussichten, bereits jetzt absehbar, dass selbst ein ausgeweiteter Ersatzverkehr der erwartbaren Nachfrage nicht immer gerecht werden kann. Der Verkehrsverbund empfiehlt Festbesuchern daher, Alternativen zu prüfen, beispielsweise die Bodensee-Schiffsbetriebe, das Fahrrad oder beides in Kombination. Informationen zu Fahrplänen und Fahrpreisen der Schiffe gibt es unter www.bsb.de.
Auch während des Seehasenfests, vom 16. bis 20. Juli in Friedrichshafen, besteht noch Ersatzverkehr zwischen Kressbronn und Lindau. Hingegen fahren die Züge zwischen Friedrichshafen und Kressbronn gemäß Fahrplan und mit Anschlüssen zum Ersatzverkehr. Und auch hier gilt es zu bedenken: Bei sehr starkem Fahrgastaufkommen, insbesondere am Samstagabend nach dem Feuerwerk, kann es in den Ersatzbussen zu Engpässen kommen. Der Verkehrsverbund rät auch hier, mögliche Alternativen zu prüfen. Genauere Informationen zum Nahverkehrsangebot während des Seehasenfests folgen noch.
Größeren Gruppen, zum Beispiel Schulklassen, empfiehlt der Verkehrsverbund, sich möglichst auf zwei oder mehrere Fahrten aufzuteilen. Auch das Ausweichen auf andere Bus- oder Bahnstrecken bietet sich in vielen Fällen an. Fahrräder nimmt der Ersatzverkehr aus Kapazitäts- und Sicherheitsgründen nicht mit.
Die Entscheidung, die Strecke entlang des Bodensees inmitten der Sommersaison zu sperren, hat die DB InfraGO AG als Betreiberin des Schienennetzes kurzfristig getroffen. Das bedeutet: Alle, die normalerweise auf diesen Gleisen Bahnbetrieb leisten, müssen sich anpassen. Zum Handeln gezwungen sind in diesem Fall das Land Baden-Württemberg und der Freistaat Bayern als Besteller sowie die DB Regio AG als Betreiberin der Züge. Das Land Baden-Württemberg teilt mit, dass die DB InfraGO den Wunsch einer Verlegung der Bauarbeiten auf eine andere Jahreszeit abgelehnt habe.
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