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Klimaschutz und Energiewende

Klimaschutz und Energiewende sind eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Der Landkreis Lindau wird seiner Rolle auf zweierlei Weise gerecht:

  • Er saniert Zug um Zug seine Liegenschaften vorbildhaft in Bezug auf Ökologie und Ökonomie auf einen optimalen energetischen Standard.
  • Im Sinne der Landkreisordnung steht er den Kommunen des Landkreises als Bindeglied zur Verfügung, die Energiewende gemeinschaftlich zu meisten.

In der Randspalte finden Sie das Energie- und Klimaschutzkonzept des Landkreises Lindau (Bodensee), welches Leitziele, weitere strategische Vorgehensweisen und konkrete Maßnahmen beinhaltet.

Solarpotentialkataster

Ist mein Hausdach für eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung oder Solarthermie geeignet? Antworten darauf gibt das Solarpotenzialkaster.

Es zeigt für jedes Gebäude im Landkreis Lindau wie geeignet es für die Installation einer PV- oder Solarthermieanlage ist. Man kann das Dach des eigenen Hauses identifizieren und mit einem Tool online die eigene PV-Anlage detailliert konfigurieren und simulieren. Ergebnis der Simulation ist, welchen Anteil des erzeugten Solarstroms man selber nutzen kann und wie sich ein Batteriespeicher auswirkt und vor allem welchen wirtschaftlichen Nutzen man erwarten kann.

Hier geht es zum Solarpotentialkataster.

Service für Landkreisbürger


Die Verbraucherzentrale Bayern und das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) bieten seit Anfang 2018 gemeinsam Energieberatungen im Allgäu an.
An 6 Orten im Landkreis Lindau können sich Bürger des Landkreises in Sachen Energie kostenlos von einem Fachingenieur/Architekt beraten lassen.

 

Kostenloses Beratungsangebot

Themen können sein:

  • Wie baut man heute nach dem aktuellen Stand der Technik?
  • Welche Möglichkeiten gibt es bei der energetischen Altbausanierung?
  • Welche Möglichkeiten gibt es beim Einsatz erneuerbarer Energien?
  • Welche öffentlichen Förderprogramme kann man nutzen?
  • Energieausweis: Wie erfüllt man die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV).

Antworten bekommen Sie von einem qualifizierten Fachingenieur.
Die Kosten für die Beratung werden getragen durch die Kommunen und die Verbraucherzentrale Bayern.

Beratung nur nach Voranmeldung.

 

 Beratungs-
 stelle

 Ort der Beratung  Wochentag im Monat  Uhrzeit  Anmeldung per Tel.  Berater
 Bodolz  Rathaus  2. und 4. Montag  16 - 18 Uhr  08382 933010  Dipl. Ing.
 Günter Edeler
 Lindau  Bauamt,
 Bregenzer Str. 8, EG
 1. und 3. Donnerstag  08 - 12 Uhr  08382 918-601  Architekt Dipl. Ing.
 Thomas Kubeth
 Lindenberg

 Stadtbibliothek,
 Brennterwinkel 4, EG

 2. Donnerstag  16 - 18 Uhr  08381 803-0  Architekt Dipl. Ing.
 Thomas Kubeth
 Scheidegg  Kurverwaltung  4. Donnerstag  16 - 18 Uhr  08381 895-31 (-32)  Architekt Dipl. Ing.
 Thomas Kubeth
 Stiefenhofen  Dorfzentrum Sonne,
 Hauptstraße 16
 1. Montag  16 - 18 Uhr  08383 9208-0 (-16)  Architekt Dipl. Ing.
 Thomas Kubeth

 Wasserburg
 (Bodensee)

 Rathaus  1. und 3. Mittwoch  16 - 18 Uhr  08382 98530  Dipl. Ing.
 Günter Edeler

Vor-Ort-Energie-Checks

Beim Vor-Ort-Energie-Check kommt der eza!-Energieberater ins Haus und analysiert den Ist-Zustand des Gebäudes sowie der Heizungstechnik und den möglichen Einsatz erneuerbarer Energien. Anhand der Ergebnisse werden Maßnahmen aufgezeigt, wie sich erneuerbare Energien für Strom und Wärme nutzen lassen und mit welchen sinnvollen Sanierungsschritten der Energiebedarf gesenkt und ein besseres Raumklima sowie eine Wertsteigerung der Immobilie erreicht werden können.
Je nach Art des Checks beträgt der Eigenanteil 10 bis 40 Euro.

Folgende Vor-Ort-Energie-Checks werden angeboten:

  • Basis-Check: Untersuchung des Strom- und Wärmeverbrauchs. Es werden einfache und kostengünstige Möglichkeiten aufgezeigt, mit denen sich die Energiekosten senken lassen.
  • Gebäude-Check: Richtet sich gezielt an Hauseigentümer. Beurteilt den Strom- und Wärmeverbrauch, die Heizungsanlage sowie die Gebäudehülle des Wohnhauses.
  • Heiz-Check: Detaillierte Überprüfung des Heizsystems mit Niedertemperatur- oder Brennwertkessel, Wärmepumpe oder Fernwärme.
  • Solarwärme-Check: Untersuchung der solarthermischen Anlage ob Speicher und Sonnenkollektoren zusammenpassen, die Solaranlage gut arbeitet und richtig mit dem Heizkessel kommuniziert.
  • Detail-Check: Klärung einzelner, spezifischer Energieprobleme, zum Beispiel rund um das Thema Sanierung, Dämmung oder Haustechnik

Stromspar-Check

Vier Jahre lang hat es den Stromspar-Check im Landkreis Lindau für Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung und Hilfe zum Lebensunterhalt gegeben.
In dieser Zeit konnten 232 Haushalte beraten und mit einfachen Energie- und Wassersparmaßnahmen wie Energiesparlampen, schaltbare Steckerleisten und Perlatoren kostenlos versorgt werden. Ferner wurden fast 100 energiesparende Kühlgeräte ausgeliefert.

Mangels Nachfrage und Träger wird der Stromspar-Check jetzt eingestellt.
Die letzte Beratung hat Anfang Dezember 2018 stattgefunden.

Klimaschutzkonzept

Das Klimaschutzkonzept beinhaltet die Energieverbräuche, aufgeteilt nach Energieträger und CO2-Ausstoß der vergangenen Jahre für die Bereiche Haushalt, Gewerbe und Verkehr und Handlungsempfehlungen für die Kommunen. Dazu wurden in den Kommunen Energieteams gebildet, welche für die Erstellung des Konzeptes und Durchführung der Handlungsempfehlungen zuständig sind. Um einen Gesamtüberblick über den Energieverbrauch sowie die Potentiale des Landkreises Lindau mit entsprechenden Handlungsempfehlungen zu erhalten, hat der Landkreis mit dem Beirat für Energiefragen ebenfalls ein Klimaschutzkonzept für die Kreisbelange erstellt.

Energetische Sanierungen

Nach den Vorgaben der »Leitlinien für wirtschaftliches Bauen« hat der Landkreis für seine größten und wichtigsten Liegenschaften Energiegutachten erstellen lassen. Aus den vorgeschlagenen Maßnahmen wurde je nach Dringlichkeit und Wirtschaftlichkeit eine Prioritätenliste erstellt.

Bisher wurden folgende Liegenschaften energetisch saniert oder teilsaniert:

  • Realschule Lindenberg (erfüllt die Kriterien Passivhaus im Bestand)
  • St. Martin Schule (Unterschreitung der EnEV um etwa 30%)
  • Realschule Lindau (Einbau einer Lüftungsanlage)
  • Schulzentrum Lindau (Heizungssanierung mit Brennwertkessel, Blockheizkraftwerk, Hydraulischem Abgleich, Hocheffizienzpumpen)
  • Valentin-Heider-Gymnasium (Heizungserneuerung Pelletheizung)
  • Valentin-Heider-Gymnasium Turnhalle (Passivhausstandard)

Bürgergenossenschaft Stadt - Land - See e.G.

Um die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises aktiv an der Energiewende teilhaben zu lassen, vermietet der Landkreis geeignete Dächer seiner Liegenschaften an die Bürgergenossenschaft Stadt - Land - See e.G. zur Errichtung von Solarstromanlagen, an denen sich die Bürger durch eine Einlage beteiligen können.

Folgende Projekte mit Bürger-Solarstromanlagen auf Landkreisdächern wurden bereits realisiert:

  • Realschule Lindau
  • Realschule Lindenberg
  • Schulzentrum Lindau Turnhalle
  • In Planung: Valentin-Heider-Gymnasium

 

 

PEMO - Nachhaltige Pendlermobilität

Mehr als 50.000 Berufspendelnde bewegen sich täglich in unserer Region über die Staatsgrenzen hinweg. Dazu kommt noch der nationale Pendelverkehr im Alpenrheintal. Die Folgen sind hohe CO2-Emissionen, Feinstaub- und Lärmbelastung. Im dreijährigen Interreg-Projekt »PEMO« werden grenzüberschreitend Strategien und Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Pendlermobilität entwickelt und in der Praxis erprobt.

EnergieinstitutVorarlberg

Geförderte Projekte durch die Nationale Klimaschutzinitiative

Der Landkreis bemüht sich im Rahmen seiner Möglichkeiten viele Klimaschutzprojekte umzusetzen. Einige davon konnten durch die nationale Klimaschutzinitiative des Bundes gefördert werden.

Links zu den beteiligten Stellen:

BMUB: www.klimaschutz.de

Projektträger Jülich: www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen

 

Förderung der Elektromobilität im Landkreis Lindau. Beschaffung von Elektrofahrzeugen für die Landkreisverwaltung

Schon seit Jahren beschäftigt man sich im Landratsamt Lindau mit dem Thema Elektromobilität. Doch die noch bis vor wenigen Jahren angebotenen Modelle waren größtenteils eine Ansammlung kostspieliger Individuallösungen oder Umbauten mit geringer Reichweite, mangelnder Sicherheit, mangelndem Komfort und fragwürdiger Ökobilanz. Jetzt ist es mit der Bundesförderung gelungen drei Elektrofahrzuge, zusammen mit der entsprechenden Ladeinfrastruktur zu beschaffen, welche die Bedingungen und Anforderungen des Landkreises erfüllen und zur vollsten Zufriedenheit der Mitarbeiter des Landkreises unterwegs sind.

Die Beschaffung der Fahrzeuge hat zusammen mit der Ladeinfrastruktur rund 63.000 Euro gekostet, wovon die Hälfte durch den Bund gefördert wurde.

Einführung eines prämienbasierten Klimaschutzmanagementsystems mit Unterstützung der Aktivitäten der Nutzer in Schulen in der Aufwandsträgerschaft des Landkreises Lindau (Bodensee)

Schüler, Lehrkräfte und Hausmeister sind aufgefordert durch einfach umsetzbare Energiesparmaßnahmen Wärme, Strom, Wasser und Müll zu sparen. Im Vordergrund steht dabei energiebewusstes Alltagsverhalten bei der Benutzung von Thermostatventilen, Lampen, sonstigen elektrischen Geräten oder beim Lüften. Hinzu kommt das richtige Bedienen der vorhandenen Heizungs- Regel- und Energietechniken.

Ziel der Einführung eines Prämiensystems zur Unterstützung der o.g. Aktivitäten ist es:

  • Schülerinnen und Schüler zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Energie, Wasser und Abfall zu animieren
  • durch die Reduzierung der CO2-Emissionen der Schulen einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten;
  • zur Reduzierung der Betriebskosten der Schulen zur Energiekostenreduktion beizutragen.

Alle Schulen in der Aufwandsträgerschaft des Landkreises nehmen inzwischen an diesem Projekt teil.

Die Aktivitäten der Schulen wurden bisher mit zwei Prämierungsveranstaltungen gewürdigt.

 

Neue Beleuchtung mit LED in der FOS-Sporthalle

Im September 2014 erhielt der Landkreis Lindau den Förderbescheid des Projektträgers Jülich (PTJ) mit dem Förderkennzeichen: FKZ 03K00198 und dem Titel: "Einbau einer LED-Beleuchtung im Rahmen der Sanierung der Sporthalle des Berufsschulzentrums Reutiner Str. 10 in Lindau“ zum Austausch der maroden Beleuchtungsanlage in der Doppelturnhalle der Fachoberschule. Im September 2015 wurde diese Maßnahme abgeschlossen.

Die bisher eingesetzten Quecksilberdampf-Hochdrucklampen haben eine Reihe von Nachteilen: Sie werden mit dem Einschalten erst allmählich hell, sie sind nicht schaltfest und sehr störanfällig, haben eine schlechte Farbwiedergabe, werfen Schatten und blenden durch ihre punktförmige Lichtquelle. Diese Schwächen werden durch LED-Langfeldleuchten vollständig beseitigt. Doch wesentlich ist die deutlich höhere Energieeffizienz, die sich der Landkreis durch die Neuinstallation erhofft: Eine Stromverbrauchsreduktion um 81 Prozent oder fast 20.000 kWh, so viel, wie etwa 5 Vierpersonenhaushalte pro Jahr verbrauchen und eine CO2-Reduktion von 286 Tonne in 20 Jahren. Auch die Anschlussleistung kann mit der Neuinstallation signifikant von 10 Kilowatt auf nur noch 3,4 Kilowatt gesenkt werden. Mit einer geschätzten Lebensdauer von 50.000 Stunden hat die neue Beleuchtungsanlage gute Chancen mindestens so alt zu werden wie die alte.

Der Landkreis beabsichtigt auch in Zukunft mittel- und langfristig, in seinen Liegenschaften die Beleuchtung auf LED umzustellen.

LEADER-Projekt: Wasserkraft

Der Landkreis Lindau hat 2016 eine Studie über das Wasserkraftpotential im Landkreis Lindau und Markt Oberstaufen in Auftrag gegeben, welche im Herbst 2018 abgeschlossen wurde.
Die Studie wurde von LEADER mit knapp 5.000 € gefördert und brachte folgendes Ergebnis:

Im Landkreis Lindau und in der Marktgemeinde Oberstaufen waren 123 Standorte dokumentiert. Etwa 100 Standorte wurden gefunden. Dabei handelt sich um Anlagen im Betrieb sowie um ehemalige Anlagen mit und ohne Reste der Anlage. Es wurden während der Untersuchung auch ehemalige Anlagen gefunden, welche nirgends erwähnt waren und viele stillgelegte aber erhaltungswürdige Anlagen. 21 Wasserkraftanlagen sind im Landkreis Lindau und Markt Oberstaufen noch in Betrieb. Insgesamt wären 19 Anlagen reaktivierbar, vier davon als Neuanlagen.

Die Anlagen würden sich wie folgt verteilen:

Landkreis Lindau: 12 Anlagen mit 390 kW davon vier Neuanlagen mit 305 kW
Markt Oberstaufen: 3 Anlagen mit 130 kW

Mit dem reaktivierbaren Potential von insgesamt 520 kW im Landkreises Lindau und Markt Oberstaufen könnten mit den für die Wasserkraft üblichen 4.000–5000 Volllaststunden im Jahr 2 bis 2,5 Mio. kWh Strom erzeugt werden.
Zum Vergleich: Der Stromverbrauch im Landkreis Lindau beträgt etwa 400 Mio. KWh.
Insgesamt würden dann das gesamte Wasserkraftpotential 3,72 MW betragen aufgeteilt auf den Landkreis Lindau mit 1,2 MW und dem Markt Oberstaufen mit 2,5 MW.

Auch die Elektromobilität ist im Landkreis Lindau hoch im Kurs. Lesen Sie mehr zum Thema unter Elektromobilität.