Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee startet +++ Jetzt Gesundheitsbotschafter werden
Lindau (Bodensee)/Kempten/Oberallgäu – Wie erreichen Gesundheitsinformationen diejenigen Menschen, die sie wirklich brauchen? Wie werden aus bestehenden Angeboten konkrete Hilfen im Alltag? Und wie gelingt es, Menschen nicht nur zu informieren, sondern ihre Gesundheitskompetenz nachhaltig zu stärken? Genau hier setzt die neue „Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee“ an. Mit dem Start von Diana Schlegel als Koordinatorin beginnt jetzt die aktive Umsetzung des gemeinsamen Projekts der Gesundheitsregionᵖˡᵘˢ Landkreis Lindau und der Gesundheitsregionᵖˡᵘˢ Kempten-Oberallgäu. Die AOK Kempten-Oberallgäu-Lindau begleitet das Projekt als zentraler Förder- und Kooperationspartner und unterstützt die Umsetzung mit insgesamt 467.728,40 Euro. Nun werden Menschen gesucht, die sich als Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter engagieren möchten.
Die Idee hinter der Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee ist einfach und zugleich ambitioniert: Gesundheit soll dort ankommen, wo Menschen leben, arbeiten, ihre Freizeit verbringen und miteinander ins Gespräch kommen. Denn in der Region gibt es bereits zahlreiche gute Angebote zur Gesundheitsförderung, Prävention, Beratung und Unter-stützung. Die Herausforderung besteht häufig weniger darin, Angebote zu schaffen, sondern vielmehr darin, bereits bestehende Möglichkeiten effektiv an Menschen heranzutragen.
Dies zeigen auch die Bestands-, Bedarfs- und Bedürfnisanalysen in den beteiligten Regionen. Sie machen deutlich, dass bereits zahlreiche Angebote und Unterstützungsstrukturen vorhanden sind. Relevant ist die Erreichbarkeit dieser Angebote für alle Bevölkerungsgruppen. Gerade Menschen in belastenden Lebenssituationen profitieren besonders davon, wenn Informationen verständlich, niedrigschwellig und im eigenen Umfeld vermittelt werden.
Ein gemeinsames Projekt über Landkreisgrenzen hinweg
Die Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee ist bewusst regional angelegt. Die Gesundheitsregionᵖˡᵘˢ Landkreis Lindau und die Gesundheitsregionᵖˡᵘˢ Kempten-Oberallgäu entwickeln und tragen das Projekt gemeinsam. Damit werden vorhandene Netzwerke, Erfahrungen und Strukturen über Landkreisgrenzen hinweg miteinander verbunden.
Ein wesentlicher Förder- und Kooperationspartner der Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee ist die AOK Kempten-Oberallgäu-Lindau. Sie unterstützt das Projekt mit insgesamt 467.728,40 Euro und bringt sich darüber hinaus mit ihrer Expertise in den Bereichen Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz in die Zusammenarbeit ein. Der Förderantrag wurde gemeinsam entwickelt und bildet eine wichtige Grundlage dafür, aus der Projektidee eine langfristig angelegte regionale Struktur zu schaffen.
„Wir wollen als AOK – Die Gesundheitskasse Menschen vor Ort erreichen und in ihrer Gesundheitskompetenz und im Präventionsgedanken stärken. Der notwendige Wandel hin zu mehr Prävention und Gesundheitsbewusstsein beginnt direkt im Lebensumfeld der Menschen. Mit der Förderung dieses Projekts investieren wir gemeinsam in die Lebensqualität der Menschen in unserer Region“, betont Thomas Michel, Direktor der AOK Kempten-Oberallgäu-Lindau.
Mit dem Start der operativen Phase geht es deshalb nicht darum, kurzfristig möglichst viele Einzelaktionen zu organisieren. Vielmehr soll über mehrere Jahre ein belastbares Netzwerk entstehen. Das Projekt läuft vom 1. September 2026 bis zum 31. August 2030. Schritt für Schritt sollen Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter gewonnen, qualifiziert, begleitet und miteinander vernetzt werden.
Perspektivisch soll das Netzwerk auf bis zu rund 60 engagierte Personen anwachsen. Zugleich sollen von Jahr zu Jahr mehr Bürgerinnen und Bürger erreicht werden.
Für den Oberallgäuer Landrat Christian Wilhelm ist die gemeinsame Umsetzung auch ein wichtiges politisches Signal. Gesundheitsförderung dürfe nicht davon abhängen, ob jemand bereits weiß, welche Stelle zuständig ist oder wo ein passendes Angebot zu finden ist. „Unser Anspruch muss sein, gesundheitliche Chancen möglichst allen Menschen zu eröffnen. Dafür müssen wir stärker dorthin gehen, wo die Menschen sind“, so Wilhelm. Die Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg sei deshalb folgerichtig: „Gesundheit endet nicht an einer Landkreisgrenze. Mit der Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee setzen wir gemeinsam auf Nähe, Teilhabe und Verantwortung.“
Gerade diese Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Die Gesundheitsregionen in Lindau sowie Kempten-Oberallgäu bringen ihre jeweiligen Netz-werke, Erfahrungen und regionalen Strukturen ein und entwickeln das Projekt gemein-sam weiter.
Viele Informationen und trotzdem nicht immer die richtige Antwort
Das Thema Gesundheit ist heute von einer enormen Informationsfülle geprägt. Ärztinnen und Ärzte, Krankenkassen, Beratungsstellen sowie Internetseiten, soziale Medien, Apps und zahlreiche andere Quellen stellen Gesundheitsinformationen bereit. Doch eine große Informationsfülle bedeutet für den Verbrauchen nicht automatisch mehr Orientierung.
Gesundheitskompetenz beschreibt unter anderem die Fähigkeit, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und für das eigene Leben nutzen zu können. Eine Gesundheitskompetenzbefragung mit 1.067 Rückmeldungen aus der Region hat diesen Aspekt ebenfalls in den Blick genommen. Sie zeigt, wie wichtig verständliche Informationen, Orientierung und alltagsnahe Zugänge sind. Herausforderungen können beispielsweise beim Umgang mit digitalen Gesundheitsinformationen oder bei komplexen Themen wie der psychischen Gesundheit entstehen.
Die gemeinsame Projektregion umfasst den Landkreis Lindau, den Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten und damit rund 308.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Unterschiedliche Altersgruppen, verschiedene soziale Lebenslagen, städtischer und ländlicher Raum sowie ganz unterschiedliche persönliche Voraussetzungen treffen hier aufeinander. Ein einzelner Kommunikationsweg kann deshalb nicht alle Menschen gleich-ermaßen erreichen. Die Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter sollen genau an dieser Stelle ansetzen.
Gesundheitsinformationen von Mensch zu Mensch
Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter sollen künftig als Multiplikatoren in ihren persönlichen Lebenswelten wirken. Das können Vereine, Nachbarschaften, Gemeinden, Betriebe, soziale Einrichtungen, Seniorentreffs, Familienstrukturen oder andere Orte sein, an denen Menschen zusammenkommen.
Sie sollen Gesundheitswissen verständlich weitergeben, auf bestehende Angebote aufmerksam machen, Orientierung ermöglichen und bei Bedarf den Weg zu geeigneten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern erleichtern.
Dabei ist eine klare Abgrenzung wichtig: Gesundheitsbotschafter ersetzen weder Ärztinnen und Ärzte noch Beratungsstellen oder andere Fachkräfte. Sie stellen keine Diagnosen und übernehmen keine medizinische Beratung. Ihre Stärke liegt an einer an-deren Stelle. Sie schaffen Nähe, sprechen Menschen unmittelbar an und können eine Brücke zu bereits vorhandenen professionellen Angeboten bauen.
Gerade darin liegt für Landrat Elmar Stegmann der besondere Wert des Projekts. „Wir haben in unserer Region bereits viele gute Angebote und engagierte Akteure. Die Herausforderung liegt nun darin, die Menschen, die von den Angeboten profitieren können, auch tatsächlich zu erreichen“, betont Stegmann. Mit den Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschaftern werde eine zusätzliche Brücke in den Alltag geschaffen. „Sie können Orientierung geben, Türen öffnen und Menschen auf bestehende Hilfen und Möglichkeiten aufmerksam machen. Genau diese Verbindung zwischen professionellen Strukturen und den Lebenswelten der Menschen macht das Projekt so wertvoll.“
Nicht jede Gesundheitsfrage beginnt schließlich in einer Arztpraxis oder Beratungsstelle. Häufig beginnt sie im Gespräch mit Menschen, denen man vertraut. Genau dieses Vertrauen und die persönliche Ansprache sollen zu einer zentralen Stärke der Gesundheitsbrücke werden.
Ehrenamt als Stärke des Projekts
Eine zentrale Rolle spielt das freiwillige Engagement. Gesucht werden keine medizinischen Profis, sondern Menschen, die Interesse an Gesundheit haben, gerne auf andere zugehen und bereit sind, Wissen in ihr persönliches Umfeld weiterzutragen.
Gerade die Vielfalt der künftigen Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter ist dabei ein wichtiger Aspekt. Unterschiedliche Altersgruppen, Berufe, kulturelle Hintergründe, Sprachen, Erfahrungen und soziale Netzwerke eröffnen unterschiedliche Zugänge zu den Menschen.
Ein Vereinsmitglied erreicht andere Menschen als eine Seniorin. Ein junger Erwachsener hat möglicherweise andere Kontakte als ein Elternteil. Menschen mit verschiedenen sprachlichen oder kulturellen Hintergründen erreichen wiederum andere Gruppen. Aus vielen persönlichen Kontakten kann so Schritt für Schritt ein regionales Netzwerk entstehen.
Die Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter werden auf ihre Aufgabe vorbereitet und während ihres Engagements begleitet. Sie sollen auf verlässliche In-formationen zurückgreifen können und gleichzeitig ihre Erfahrungen aus der Praxis zurückmelden.
Dadurch funktioniert die Gesundheitsbrücke bewusst in beide Richtungen. Gesundheitswissen gelangt in die Lebenswelten der Menschen. Gleichzeitig können Erfahrungen, Fragen und Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger wiederum in die Arbeit der beteiligten Gesundheitsregionen und ihrer Netzwerke einfließen.
Diana Schlegel koordiniert das neue Netzwerk
Mit Diana Schlegel hat die Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee nun eine zentrale Ansprechpartnerin. Seit September koordiniert sie den Aufbau des Netzwerks der Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter.
Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere die Gewinnung interessierter Menschen, deren Begleitung und Qualifizierung sowie die Vernetzung mit Kommunen, Einrichtungen, Vereinen und weiteren Partnern.
In den kommenden Monaten soll die Gesundheitsbrücke deshalb zunehmend in Vereinen, Institutionen, Kommunen und weiteren gesellschaftlichen Strukturen sichtbar werden.
Dabei gilt ausdrücklich: Wer Interesse hat, muss sich nicht sofort verbindlich festlegen. Auch Menschen, die zunächst wissen möchten, was ein Gesundheitsbotschafter konkret macht, welchen zeitlichen Umfang das Engagement hat oder wie die Qualifizierung aussieht, können sich direkt an Diana Schlegel wenden.
Ihr persönlicher Aufruf ist deshalb bewusst niedrigschwellig: „Gesundheit begegnet uns jeden Tag und jeder von uns kennt Menschen, die manchmal einen Hinweis, eine verständliche Information oder einfach den richtigen Ansprechpartner brauchen“, sagt Schlegel. Genau dafür suche die Gesundheitsbrücke Menschen, die etwas bewegen möchten. „Man muss dafür kein Gesundheitsexperte sein. Wichtig sind Interesse, Offenheit und die Freude daran, anderen Menschen Orientierung zu geben.“
Wer neugierig geworden sei, könne sich ganz unverbindlich melden, betont Schlegel: „Ich freue mich auf jeden, der Teil unserer Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee werden möchte.“
Jetzt Gesundheitsbotschafter werden
Gesucht werden Menschen aus Lindau, Kempten und dem Oberallgäu, die sich für das Thema Gesundheit interessieren und ihr Wissen künftig in ihrem persönlichen Umfeld weitergeben möchten.
Eine medizinische Ausbildung ist dafür nicht erforderlich. Entscheidend sind Interesse, Offenheit und die Bereitschaft, auf andere Menschen zuzugehen.
Interessierte können sich direkt und zunächst unverbindlich an Diana Schlegel, Koordinatorin der Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter der Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee, wenden.
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Kontakt Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee
E-Mail: gesundheitsbotschafter@landreis-lindau.de
Sowie online auf der Website des Landkreises Lindau
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Förder- und Kooperationspartner:
AOK Bayern – Die Gesundheitskasse
Direktion Kempten-Oberallgäu-Lindau