„dafür!“ – Gemeinsam Vielfalt erleben: Erste Interkulturelle Wochen im Landkreis Lindau

47 Veranstaltungen vom 20. September bis 11. Oktober 2026 bieten Gelegenheit zu Begegnung, Austausch und neuen Perspektiven

Lindau (Bodensee) - Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, Sprachen und kulturellen Wurzeln kommen zusammen, lernen sich kennen und tauschen sich aus. Dabei wird erzählt, gelacht, gekocht, getanzt und diskutiert. Genau darum geht es bei den ersten Interkulturellen Wochen im Landkreis Lindau.

Unter dem bundesweiten Motto „dafür!“ erwartet die Besucherinnen und Besucher vom 20. September bis 11. Oktober 2026 ein abwechslungsreiches Programm. Die Veranstaltungen finden in Lindau, Lindenberg, Bodolz, Heimenkirch, Röthenbach, Wasserburg und Weiler-Simmerberg statt.

Das Programm bietet verschiedene Formate und Themen. Dazu gehören kulinarische Begegnungen, Musik und Tanz, Workshops, Ausstellungen, Länderabende, Lesungen, Spiele, Film und Theater. Damit ist für unterschiedliche Interessen und Altersgruppen etwas dabei. Viele Veranstaltungen laden außerdem dazu ein, selbst mitzumachen, Neues auszuprobieren und Menschen kennenzulernen.

Los geht es am 20. September mit Veranstaltungen zum Weltkindertag. Unter dem Titel „Kinder haben Rechte – Recht auf Frieden“ stehen auf der Lindauer Insel Lesungen für Kinder im Grundschulalter auf dem Programm.

Am 21. September findet die offizielle Auftaktveranstaltung im Cavazzen-Keller in Lindau statt. Die deutsch-finnische Autorin und Finnland-Expertin Tarja Prüss berichtet in ihrem Vortrag „Glücksland Finnland – Was wir von den Finnen lernen können“ über das Leben in Finnland und darüber, was wir von dem Land lernen können. Dabei geht es unter anderem um die Fragen, was Finnland so lebenswert macht und welche Rolle Vertrauen, Gleichberechtigung, Natur und die berühmte finnische Saunakultur spielen.

Die erste Woche im Überblick

Am Sonntag, 20. September, steht zunächst der Weltkindertag im Mittelpunkt. Die friedens räume laden gemeinsam mit Amnesty International, dem Kinderschutzbund und der Grundschule Lindau-Insel unter dem Titel „Kinder haben Rechte – Recht auf Frieden“ zu einem Nachmittag rund um die Rechte von Kindern ein. An verschiedenen Lesestationen werden Geschichten und Bücher zum Thema Frieden vorgestellt.

Am Montag, 21. September, steht neben der Auftaktveranstaltung auch die brasilianische Kultur im Mittelpunkt. Beim „Brasilianisch-Portugiesisch – Schnupperkurs“ der vhs Lindau können Interessierte erste Wörter und Sätze auf Portugiesisch lernen und gleichzeitig mehr über die brasilianische Kultur erfahren. Der Kurs findet an mehreren Terminen statt und läuft bis zum 5. Oktober.

Der Dienstag, 22. September, bietet Angebote für verschiedene Altersgruppen. Bei „Aufbruch jetzt – Die Natur mit allen Sinnen verstehen“ können Kinder und Erwachsene die heimische Natur entdecken und sich mit Nachhaltigkeit und Umwelt auseinandersetzen. In der Stadtbücherei Lindau wird beim Bilderbuchkino für Kinder ab 3 Jahren eine Geschichte durch die groß auf die Leinwand projizierten Bilder zu einem besonderen Erlebnis. Die Ausstellung „Fake News – Täuschung erkennen, Fakten prüfen“ beschäftigt sich mit der Frage, wie sich falsche Nachrichten erkennen lassen und warum es wichtig ist, Informationen kritisch zu hinterfragen.

Am Mittwoch, 23. September, geht es um Film, Demokratie und internationale Perspektiven. Das Parktheater Lindau zeigt den Film „Klandestin“, der Fragen rund um Migration, Identität und gesellschaftliche Grenzen aufgreift. Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Austausch. Beim „Quararo – Aktives Demokratiespiel“ können Jugendliche und Erwachsene ab 14 Jahren demokratische Entscheidungsprozesse spielerisch ausprobieren, diskutieren und gemeinsam nach Lösungen suchen. Bei „Länder entdecken: Eritrea & Türkei“ erhalten die Gäste außerdem Einblicke in Kultur, Alltag und Lebensweisen in Eritrea und der Türkei.

Der Donnerstag, 24. September, steht ganz im Zeichen persönlicher Geschichten und Begegnungen. Bei „Wege nach Deutschland“ erzählen Menschen von ihren persönlichen Wegen nach Deutschland und ihren Erfahrungen beim Ankommen. Lesungen, Austausch und Begegnung schaffen Raum für unterschiedliche Perspektiven. Beim Social Dining wiederum sitzen Menschen, die sich vorher nicht kannten, gemeinsam an einem Tisch. Gemeinsam essen und miteinander ins Gespräch kommen – so kann Begegnung ganz einfach beginnen.

Am Freitag, 25. September, können die Teilnehmenden kreativ werden. Der Workshop „Tezhip – Die Kunst der Goldverzierung“ vermittelt die traditionelle türkisch-orientalische Kunst des Tezhip. Mit Farben und Gold können die Teilnehmenden anschließend selbst gestalten. Im Löwensaalfoyer in Lindenberg lädt „Gewebte Heimat aus 1001 Nacht“ dazu ein, orientalische Textilien, traditionelle Kleidung und die damit verbundenen Geschichten kennenzulernen. Kultur wird dabei über Materialien, Muster und persönliche Geschichten erfahrbar.

Am Samstag, 26. September, geht es nach Japan. Beim Kamishibai „Wem gehört der Schnee?“ erleben Kinder und Familien in Lindenberg ein japanisches Bilderbuchtheater über Zusammenleben, unterschiedliche Religionen und die Frage, was Menschen miteinander verbindet. Beim Japanischen Bento-Kurs können die Teilnehmenden außerdem typische Zutaten und Zubereitungsarten kennenlernen, gemeinsam kochen und anschließend ihr eigenes Bento genießen.

Den Abschluss der ersten Woche bildet der Sonntag, 27. September, mit verschiedenen Angeboten rund um Bewegung, Begegnung und gemeinsame Erlebnisse. Unter dem Motto „#dafür tanzen wir!“ lädt die Hellenische Folkloregruppe Lindau Frauen jeden Alters dazu ein, griechische Tänze kennenzulernen und gemeinsam zu tanzen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Beim Wortgottesdienst der Kulturen in der Kirche St. Ludwig in Lindau-Aeschach feiern Menschen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam Gottesdienst. Im Anschluss bietet eine Matinée Gelegenheit zu Musik, Begegnung und Austausch. Auch bei den Wanderungen „Unterwegs durch Natur und Geschichte“ und „International unterwegs“ steht das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt. Rund um Lindenberg können die Teilnehmenden Natur und Geschichte der Region kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen. In Röthenbach begegnen sich bei einer gemeinsamen Wanderung Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte, lernen sich kennen und lassen den Tag bei einem gemeinsamen Picknick ausklingen.

Gemeinsam dabei sein

Die erste Woche zeigt bereits, was die Interkulturellen Wochen ausmacht: Es geht nicht nur darum, andere Kulturen kennenzulernen, sondern vor allem darum, miteinander Zeit zu verbringen, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam etwas zu erleben.

Bei einzelnen Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich.

Organisiert werden die Interkulturellen Wochen vom Integrationsbeirat des Landkreises Lindau gemeinsam mit zahlreichen Vereinen, Organisationen, Institutionen und Ehrenamtlichen. Unterstützt wird die Veranstaltungsreihe von der VR-Stiftung für Bürger am Bayerischen Bodensee.

Das vollständige Programm mit allen 47 Veranstaltungen, Terminen, Orten sowie Informationen zu Anmeldung und Kosten ist hier abrufbar.