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Veröffentlichung Kennzahlen - Erstellung von Maßnahmenplänen

Durch die Novellierung des Tierarzneimittelgesetzes (TAMG) als Umsetzung der europäischen Gesetzgebung ergeben sich umfassende Mitteilungspflichten für Tierärzte, Tierärztinnen und Tierhaltende.

Am 15. Februar wurden erstmalig die bundesweiten Kennzahlen der betrieblichen halbjährlichen Therapiehäufigkeiten auf der Homepage des BVL veröffentlicht.

Jeweils ab dem 01. Februar bzw. 01. August müssen Tierhaltende ihre betriebliche(n) Therapiehäufigkeit(en) im Tierarzneimittelmenü der HIT-Datenbank abrufen. Dies erfolgt über den Menü-Punkt „Therapiehäufigkeit, Kennzahlen, TAM-Vorgänge“ in der linken Spalte des Menüs der Tierarzneimittel-Datenbank.
Die bundesweiten Kennzahlen können Tierhaltende auf der Homepage des BVL nachsehen. Das BVL veröffentlicht die Kennzahlen 1 und 2 dort einmal jährlich bis spätestens zum 15. Februar.
Tierhaltende müssen dann ihre betriebliche Therapiehäufigkeit eigenständig mit den Kennzahlen abgleichen und das Ergebnis dieser Prüfung in ihrer betrieblichen Dokumentation festhalten. Dies muss bis zum 01. September für das erste Kalenderhalbjahr und bis zum 01. März für das zweite Kalenderhalbjahr erfolgen.
[§ 57 Absatz 7 TAMG]

Konsequenzen Überschreiten Kennzahl 1:
Liegt die betriebliche halbjährliche Therapiehäufigkeit oberhalb der bundesweiten jährlichen Kennzahl 1, muss die Tierhalterin oder der Tierhalter eine Tierärztin oder einen Tierarzt hinzuziehen. Es ist zu prüfen, welche Gründe zu dieser Überschreitung geführt haben können und wie die Behandlung mit antibiotisch wirksamen Arzneimitteln verringert werden kann. Gegebenenfalls hat die Tierhalterin oder der Tierhalter unter Gewährleistung der notwendigen arzneilichen Versorgung der Tiere entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
[§ 58 Abs. 2 TAMG]

Konsequenzen Überschreiten Kennzahl 2:
Die Tierhalterin oder der Tierhalter erstellt zusammen mit der Tierärztin oder dem Tierarzt einen schriftlichen Plan für den betroffenen Tierhaltungsbetrieb und ergreift ggf. unter Gewährleistung der notwendigen arzneilichen Versorgung der Tiere die beschriebenen Maßnahmen. Der Plan ist der zuständigen Behörde unaufgefordert schriftlich oder elektronisch zu übermitteln.

  • Dieser Plan muss Maßnahmen enthalten, die zur Verringerung der Anwendung von Antibiotika geeignet sind.
  • Dieser Plan ist mit einem Zeitplan zu ergänzen, wenn die Maßnahmen nicht innerhalb von 6 Monaten erfüllt werden können.

Das Veterinäramt prüft den Plan und soweit es zur wirksamen Verringerung der Behandlung mit Antibiotika erforderlich ist, trifft die Behörde nach dem Stand der veterinärmedizinischen Wissenschaft notwendige Anordnungen und Maßnahmen, wie z.B. Impfungen.
[§ 58 Abs. 2 und 3 TAMG]

Unter folgendem Link finden Sie Musterformulare für die Maßnahmenpläne:
Rind: https://www.antibiotika-tierhaltung.bayern.de/tierhalter/rind/index.htm 
Schwein: https://www.antibiotika-tierhaltung.bayern.de/tierhalter/schwein/index.htm 

Die Einreichung der Maßnahmenpläne beim Veterinäramt hat bis zum 01. April (2. Halbjahr des Vorjahres) bzw. 15. September (1. Halbjahr) zu erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.antibiotika-tierhaltung.bayern.de/