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Afrikanische Schweinepest (ASP)

In Deutschland sind Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern aufgetreten. Ein erster Fall war im September 2020 bei einem Wildschwein im Landkreis Spree-Neiße bekannt geworden. Zahlreiche weitere Fälle in Brandenburg und Sachsen folgten. Im Juli 2021 bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das Virus der ASP erstmals bei Hausschweinen in Brandenburg sowie am 15. November 2021 in einer Mastanlage (mit rund 4.000 Mastplätzen) in Lalendorf im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (MV). Der Eintragsweg ist derzeit noch unbekannt, bislang sind in MV keine ASP-positiven Wildschweine aufgetreten. Das Veterinäramt Lindau weist darauf hin, dass jede Schweinehaltung (auch die Haltung von Minipigs) dem Veterinäramt angezeigt werden muss, die Freilandhaltung von Schweinen unterliegt zusätzlich der Genehmigungspflicht. Bei Fragen können Sie sich per E-Mail an veterinaeramt@landkreis-lindau.de oder telefonisch unter 08382-270 502 an das Veterinäramt wenden.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) tritt seit 2014 in verschiedenen Ländern der EU auf. Diese für Schweine und Wildschweine sehr bedeutsame Tierseuche verbreitet sich - ausgehend von östlich an die EU angrenzenden Ländern - zusehends in Europa. Das Hauptverbreitungsgebiet der ASP sind afrikanische Länder südlich der Sahara. Vermutlich wurde die ASP aus Afrika nach Georgien eingeschleppt. Im Juni 2007 wurden die ersten ASP-Ausbrüche aus Georgien gemeldet. Als Ursache wird die illegale Entsorgung von Speiseabfällen vermutet, die das ASP-Virus enthielten. In der nachfolgenden Zeit breitete sich die ASP in Georgien und von dort aus immer weiter westwärts aus.

In der belgischen Provinz Luxemburg - im Dreiländereck Frankreich-Luxemburg-Belgien, etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt - wurde am 13. September 2018 ASP bei tot aufgefundenen Wildschweinen festgestellt. Restriktionszonen wurden eingerichtet und unter anderem Wildzäune zur Abgrenzung des Geschehens - welches allein die Wildschweinpopulation betrifft - errichtet. Belgien gilt inzwischen wieder als frei von ASP.

Seit dem 14. November 2019 wurden Fälle von ASP bei Wildschweinen auch im Westen Polens nachgewiesen. Die ersten Nachweise erfolgten etwa 80 Kilometer von der deutschen-polnischen Grenze entfernt. Nach weiteren Fällen nahe der deutsch-polnischen Grenze wurde am 10. September 2020 ein erster Fall in Brandenburg bei einem Wildschwein sowie in der Folge weitere Fälle bei Wildschweinen entlang der deutsch-polnischen Grenze bestätigt. Am 31. Oktober 2020 wurde der erste ASP-Fall bei einem gesund erlegten Wildschwein in Sachsen nachgewiesen. Derzeit sind in Brandenburg die (Land-)Kreise Oder-Spree, Spree-Neiße, Dahme-Spreewald, Barnim und Märkisch-Oderland sowie die Stadt Frankfurt (Oder) von Sperrzonen betroffen. In Sachsen sind Görlitz und Bautzen von Sperrzonen betroffen. Neuester von Einschränkungen betroffener Landkreis ist Meißen. Seit dem erstmaligen Auftreten der ASP im September 2020 wurde die Ausdehnung der Sperrzonen mehrfach angepasst, um eine Weiterverschleppung der Seuche zu verhindern. Im Juli 2021 wurde die ASP erstmals in Hauschweinbeständen im Landkreis Spree-Neiße und im Landkreis Märkisch-Oderland (in Brandenburg) amtlich festgestellt. Ein ASP-Ausbruch in einem Hausschweinebestand in bisher ASP-freiem Gebiet in Mecklenburg- Vorpommern wurde im November 2021 amtlich festgestellt. Hier wurden ebenfalls die gemäß EU- und nationalem Recht vorgesehenen Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen.

Sperrzonen sind Zonen mit infizierten Wildschweinen (sogenannte "gefährdete Gebiete" jeweils einschließlich "Kerngebiet"). Über diese bestehenden Sperrzonen hinaus werden nun um die betroffenen Betriebe ebenfalls Sperrzonen (Schutz- und Überwachungszonen) eingerichtet. Die Bestände werden gesperrt.

Bei der Afrikanischen Schweinepest handelt es sich um eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft und für diese tödlich ist. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar; auch nicht beim etwaigen Verzehr von mit dem ASP-Virus kontaminiertem Schweinefleisch.

Das Virus wird direkt über Tierkontakte oder indirekt, zum Beispiel über Fleisch oder Wurst von infizierten Tieren, übertragen. Unter ungünstigen Bedingungen können unachtsam entsorgte Reste von virushaltigem Reiseproviant ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Solche Essensreste sollten daher vermieden oder für Wildschweine nicht zugänglich entsorgt werden.

Für Haus- und auch für Wildschweine besteht seit Jahrzehnten ein Verbot der Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen. Da das Virus außerordentlich lange ansteckungsfähig bleibt, kann es auch durch Gegenstände wie Werkzeuge, Schuhwerk oder Kleidung sowie Transportfahrzeuge weiterverbreitet werden. Deshalb sollten Reisende - auch Jagdreisende - und Transporteure sich besonders vorsichtig und verantwortungsvoll verhalten und entsprechende Hygienemaßregeln beachten.

Eine funktionierende Früherkennung von möglichen Einschleppungen nach Deutschland stellt hohe Anforderungen an Schweinehalter, Tierärzte und Jäger, um der Tierseuche im Fall des Falles möglichst wenig Zeit für die Weiterverbreitung zu geben. Deshalb findet derzeit eine verstärkte Beprobung auf das Virus der ASP sowohl von Haus- als auch von Wildschweinen statt.

Innerhalb der Schutz- bzw. Überwachungszone sind unterschiedliche ASP-Bekämpfungsmaßnahmen wie z.B. die Durchführung amtlicher Kontrollen in schweinehaltenden Betrieben und die Anordnung verstärkter Biosicherheitsmaßnahmen, Absonderung gehaltener Schweine und Verbringungsverbote für gehaltene Schweine durch die zuständige Behörde sicherzustellen. Grundsätzlich führt der Ausbruch der ASP bei gehaltenen Schweinen zu weitreichenden Exportbeschränkungen für Schweine und Schweinefleischerzeugnisse.

Eine bessere Kontrolle der Biosicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung des Eintrags der ASP in den Hausschweinbestand durch die zuständigen Länder hält das Bundes-ministerium für Ernährung und Landwirtschaft auch in Kleinstbetrieben für zwingend erforderlich. Um eine Weiterverbreitung zu verhindern, sind viele gefordert. Landwirte können einen wichtigen Beitrag leisten, um ihre Bestände zu schützen. Dafür ist die Biosicherheit entscheidend, vor allem Hygienemaßnahmen im Stall. Weitere Informationen zum Schutz vor Tierseuchen – was Landwirte tun können sind zu finden unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/ASP-Landwirte.html;jsessionid=B2EFFED48EEB41C6AECE31DC2BD5196D.live921