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Coronavirus Impfungen +++ Qualitätssicherung bei der Vergabe von Impfterminen

Lindau (Bodensee) – Bereits in der Vergangenheit waren im Landkreis Personen über das Programm der Bayerischen Impfzentren „BayIMCO“ eingeladen worden, vergangene Woche jedoch zum ersten Mal komplett automatisiert. Am Wochenende wurden wir darauf hingewiesen, dass auch Personen eingeladen wurden, die in der Priorität 2 und 3 eingestuft sind. Das Landratsamt hat darüber informiert und nun gemeinsam mit dem Betreiber der Impfzentren Allgäu Medical den Vorfall aufgearbeitet, damit dies in Zukunft möglichst nicht mehr passiert. Diese Thematik ist aber nicht nur im Landkreis Lindau aufgetreten. Auch in mehreren anderen bayerischen Landkreisen wurden Personen zu einem Impftermin eingeladen, obwohl diese laut Impfpriorisierung noch keine Impfung erhalten können. Im Landkreis Lindau waren dies knapp 30 Impfungen und damit 0,25 Prozent der bisherigen Impfungen gesamt (12.042 Stand 18.03.2021). Als direkte Konsequenz wird - bis alle gemeldeten Menschen, die in der Priorität 1 eingestuft sind, einen Impftermin erhalten haben - im Landkreis Lindau nicht mehr rein automatisch über BayIMCO eingeladen. Vielmehr greift Allgäu Medical auf die Daten des Programms zu und lädt telefonisch ein.

Die Funktionalität des Programms BayIMCO:

Die Datenbank der Software BayIMCO kann auf unterschiedliche Weise gefüllt werden. Einerseits kann sich eine Person selbständig und vollständig über das Internetportal registrieren und alle seine erforderlichen Daten angeben. Für Personen, die entweder keinen Zugang zum Internet oder die keine Unterstützung bei der Bedienung haben, steht als zweiter Weg die telefonische Registrierung über das Impfzentrum zur Verfügung.

In Bezug auf die Vereinbarung von Terminen kann die Software voll automatisiert Einladungen anhand von freien Impfterminen vergeben. Diese automatische Terminvergabe funktioniert aber nicht, wenn der Datensatz der impfwilligen Person über das CallCenter eingetragen wurde, da die Software in diesem Fall davon ausgeht, dass die Terminvereinbarung auch wieder über das CallCenter erfolgt. Dieses Verhalten der Software war nicht vollumfänglich bekannt. Aus diesem Grund wurden diverse registrierte und vorzuziehende Personen bei diesem automatisierten Prozess übersprungen.

Hinzu kommt die kürzliche Freigabe des Impfstoffes von AstraZeneca für alle Altersgruppen. Da dieser Impfstoff bis zum 05.03.2021 nur für Personen unter 65 Jahren frei gegeben war, konnten hier laut Priorität jüngere Menschen für Termine eingeladen werden. Wurde eine Person einmal vom Programm für einen Termin erfasst und hat dann aber keinen Termin erhalten, so werden diese Kontakte zeitnah wieder eingeladen. Dies war bei der automatischen Einladung vergangene Woche passiert.

Warum wird bei Personen der Impfanspruch nicht vor Ort im Impfzentrum geprüft?
Der Prüfung des Impfanspruchs erfolgt bereits im Vorfeld. Es sollten nur Personen eingeladen werden, die aktuell einen Impfanspruch haben. Im Moment sind dies im Landkreis Lindau nur Personen über 80 Jahre. Bei einem automatisierten Einsatz der Software BayIMCO erfolgt die Prüfung des Impfanspruchs direkt über das Programm, das mit einem speziellen Algorithmus arbeitet. Während die Prüfung der Anspruchsberechtigung bei älteren Menschen vor Ort noch leicht über das Geburtsdatum erfolgen konnte, stellt sich das bei jüngeren Menschen oftmals als schwieriger heraus. Hier muss abgewogen werden zwischen Durchführung einer zügigen Impfung und einer Nachkontrolle der gemachten Angaben. Um einen zügigen Impfablauf zu gewährleisten können nicht alle Personen vollumfänglich kontrolliert werden.

Wer legt im Landkreis Lindau fest, welche Personengruppen derzeit geimpft werden?
Die Impfreihenfolge ergibt sich aus der Corona-Impfverordnung des Bundes. Abstimmungen zu Fragen zur Anwendung dieser Verordnung erfolgen in enger Zusammenarbeit mit dem Führungsstab „Corona“ des Landratsamtes, dem auch der ärztliche Leiter der Impfzentren sowie der Betreiber der Impfzentren angehören.

Was können Menschen tun, die zu einer Impfung eingeladen wurden, aber offensichtlich derzeit keinen Impfanspruch haben?
Wer eine Einladung zu einem Impftermin erhält und wem bekannt / bewusst ist, dass derzeit kein Impfanspruch besteht, sollte sich solidarisch zeigen und vor der Impfung den Sachverhalt mit dem Impfzentrum klären.