Direkt zu:

Dienstleistungen A-Z

A B CD E F G H I J K L M N O P QR S T U V W XYZ Alle

Wildtiere / Füchse in der Siedlung
[Informationen zum Umgang ]

Allgemeine Informationen 

Füchse verfügen über ein ausgezeichnetes Seh-, Riech- und Hörvermögen und sind sehr lern- und anpassungsfähig. Als typische Kulturfolger haben sie wegen des großen Nahrungsangebots in Siedlungen und Gärten diese als Lebensraum für sich entdeckt.

Füchse sind in der Regel dämmerungs- beziehungsweise nachtaktiv. Bei geringer Populationsdichte gelten sie als Einzelgänger. Steigt die Zahl der Tiere, leben sie auch in Gruppen zusammen.

Die Fähe (weiblicher Fuchs) bringt nach einer Tragzeit von etwa 51 bis 54 Tagen im März oder April in einem Wurf bis zu 10 Junge zur Welt. Die Jungen sind bei der Geburt blind und werden etwa 24 Tage gesäugt, bevor sie feste Nahrung erhalten, die von beiden Elternteilen zum Bau getragen wird. Der Rüde (männlicher Fuchs) beteiligt sich aktiv an der Aufzucht, indem er Nahrung beschafft, die Fähe und Welpen bewacht und sie vor Feinden schützt. Während der Aufzucht greift der sog. „Elterntierschutz“, d.h. es dürften keine Maßnahmen getroffen werden, um die Aufzucht zu stören oder zu unterbinden.

esfalls in den Komposthaufen oder Biomüll.

Sind Füchse für den Menschen gefährlich?

Der Fuchs verhält sich Menschen gegenüber in der Regel nicht aggressiv, sondern versucht eher, sie zu meiden. Anders als in der freien Natur haben „Stadtfüchse“ jedoch weniger Berührungsängste, wenn sie bereits gefüttert wurden. Auch neugierige Jungfüchse trauen sich manchmal sehr dicht an Menschen heran. Bei der Begegnung mit einem Fuchs gilt: Bewahren Sie Ruhe und versperren Sie dem Tier nicht den Fluchtweg.

Gesundheitsgefahren durch Füchse

Die Gefahr der Infektion mit dem Fuchsbandwurm (Echninococcus multilocularis) ist anders als bei auf dem flachen Land lebenden Tieren bei „Stadtfüchsen“ deutlich geringer, da diese weniger Mäuse (Zwischenwirt) fressen. Trotzdem gilt es zu beachten:

  • Tote Füchse sollte man sicherheitshalber nicht anfassen, sondern entweder in eine große, dickwandige Plastiktüte packen und über die TBA entsorgen. Dabei sollte unbedingt mit Handschuhen gearbeitet werden!
  • Nach jedem Kontakt mit dem Fell von Hund und Katze gründlich die Hände waschen.
  • Hunde und Katzen regelmäßig entwurmen.
  • Nach der Gartenarbeit gründlich die Hände waschen.
  • Beeren und Gemüse gründlich waschen (ab 60º Celsius sterben Bandwurmeier sicher ab).
  • Jäger sollten beim Abbalgen von Füchsen das Fell anfeuchten und nur mit Handschuhen und Mundschutz arbeiten.

Der Fuchs galt lange als der Hauptüberträger der Tollwut (Lyssa-Virus). Ab 1984 wurden Füchse in Bayern über Schluckimpfungen in flächendeckend ausgelegten Fressködern immunisiert. Dementsprechend ist Bayern heute bei Wildtieren tollwutfrei. Es geht also auch von einem Fuchs in der Stadt normalerweise keine Tollwutgefahr aus. Dennoch ist es ratsam, sich nach dem Biss durch ein Wildtier vorsorglich gegen Tollwut impfen zu lassen.

Die Fuchsräude ist eine parasitäre Hauterkrankung, die durch die Räudemilbe (Sarcoptes scabiei) hervorgerufen wird. Sie führt in der Regel innerhalb von 3 Monaten zum Tod des befallenen Fuchses, kann aber auch ausheilen oder ohne klinische Symptome fortbestehen. Die Erkrankung wird überwiegend durch direkten Kontakt von Fuchs zu Fuchs übertragen und ist hoch ansteckend. Auch Hunde können sich durch direkten oder indirekten Kontakt (zum Beispiel Haare oder Hautkrusten) infizieren und das Krankheitsbild der Fuchsräude entwickeln. Menschen sind für die Räudemilbe ein sog. „Fehlwirt“. Dennoch kann es zu einer Hauterkrankung, der Pseudokrätze, kommen. Die Fuchsräude stellt jedoch keine ernst zu nehmende Gefahr für Menschen und Haustiere dar, da es erfolgreiche Therapiemethoden gibt.

Ist der Fuchs für Haustiere gefährlich?

Füchse sind Prädatoren (Beutegreifer) und erbeuten durchaus kleinere Haustiere aus dem Gartenbereich. Deshalb sollten Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweine oder Geflügel wie Hühner oder Enten nachts in einem gut verschlossenen und einbruchssicheren Stall oder massiv gebauten Boxen untergebracht werden. Tagsüber bietet sich ein abgedecktes Gehege aus engmaschigem Drahtgeflecht (Maschendraht) an. Im Boden eingelassen kann sich ein Fuchs auch nicht durchgraben. Damit die Raubtiere nicht über den Zaun klettern, sollte dieser nicht niedriger als zwei Meter sein. Für ausgewachsene Haustiere wie Hunde oder Katzen stellt der Fuchs keine Gefahr dar, er meidet sogar Gärten, in denen sich diese Tiere aufhalten.

Wie bekommt man einen Fuchs aus dem Garten?

  • Entfernen Sie alle verfügbaren und leicht zugänglichen Nahrungsquellen, wie zum Beispiel offenes Hunde- oder Katzenfutter, Fallobst, etc.
  • Schließen Sie die Mülltonnen, an den Aufstellplätzen sollten keine Müllreste zurückbleiben.
  • Sichern Sie Komposthaufen oder -behälter mit einem Deckel, einem Netz oder einer Plane gegen Eindringen. Vermeiden Sie es, gekochte Essensreste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Öle auf den Kompost zu legen, da diese Füchse anlocken.
  • Hängen Sie Vogelfutter so hoch, dass es für den Fuchs nicht erreichbar ist.
  • Räumen Sie Lederschuhe und ähnlich verlockende Gegenstände, die den Spieltrieb des Fuchses animieren, zumindest nachts weg.
  • Verschließen Sie Hohlräume unter Gartenhäuschen oder andere geeignete Unterschlupfmöglichkeiten, nachdem Sie überprüft haben, dass sich dort kein Fuchs und dessen Jungtiere aufhalten.
  • Beobachten Sie einen Fuchs beim Graben, unterbinden Sie dies umgehend und schütten Sie den Tunnel wieder zu.
  • Vergrämen Sie den Fuchs durch das Ausbringen z.B. von in Petroleum getränkten Lappen, Chili oder speziellen Vergrämungsmitteln.

Sollte ein Fuchs jedoch bereits auf Ihrem Grundstück seine Jungen aufziehen, müssen Sie dies von März bis Juni hinnehmen und dürfen die Tiere nicht stören. Fuchskot (drei bis acht Zentimeter lang mit weißer Spitze) sollten Sie entsorgen. Wie beim Hundekot können Sie diesen mit einem Plastiksack aufnehmen und in die Mülltonne werfen. Damit vermeiden Sie Infektionsgefahren. Geben Sie den Fuchskot keinesfalls in den Komposthaufen oder Biomüll.