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Integrationskurse

Mit dem Zuwanderungsgesetz wurde erstmalig ein Mindestrahmen staatlicher Integrationsangebote geschaffen. Den Kern dieser staatlichen Integrationsangebote bildet der Integrationskurs, bestehend aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs.

Ziel des Integrationskurses für Zuwanderinnen und Zuwanderer ist der Erwerb ausreichender Kenntnisse der deutschen Sprache und die Vermittlung von Alltagswissen. Dabei werden Kenntnisse der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte in Deutschland, insbesondere auch der Werte des demokratischen Staatswesens der Bundesrepublik Deutschland und der Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz und Religionsfreiheit vermittelt. Die in den Integrationskursen erworbenen Kenntnisse erleichtern den Alltag in Deutschland und erhöhen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Darüber hinaus bietet die erfolgreiche Teilnahme an einem Integrationskurs weitere Vorteile, z. B. kann dadurch ein Einbürgerungsanspruch bereits nach sieben statt erst nach acht Jahren bestehen.

Was beinhaltet ein Integrationskurs

Ein Integrationskurs besteht aus:

  • einem Basis- und Aufbausprachkurs (600 Unterrichtsstunden) zur Vermittlung ausreichender deutscher Sprachkenntnisse
  • einem Orientierungskurs (100 Unterrichtsstunden) zur Vermittlung von Kenntnissen der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte in Deutschland.

Um das Erlernen der deutschen Sprache möglichst individuell zu fördern, bestehen die Sprachkurse aus sechs Kursabschnitten mit unterschiedlichen Leistungsstufen.

Wer kann am Integrationskurs teilnehmen

Ein Anspruch auf einen Integrationskurs besteht für folgende Personen:

  • Ausländer, die dauerhaft in Deutschland leben und seit 01.01.2005 erstmals eine Aufenthaltserlaubnis

         - zu Erwerbszwecken,
         - zum Zwecke des Familiennachzuges,
         - aus humanitären Gründen oder
         - als langfristig Aufenthaltsberechtigter

         nach § 38a Aufenthaltsgesetz (AufenthG) erhalten haben

  • Ausländer, die sich dauerhaft in Deutschland aufhalten und erstmals eine Niederlassungserlaubnis nach § 23 Abs. 2 AufenthG erhalten haben
  • Spätaussiedler, sofern sie noch keinen Sprachkurs der Bundesagentur für Arbeit (SGB III - Kurs) besucht haben.
  • Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung und guter Bleibeprognose (Iran, Irak, Syrien, Eritrea und Somalia)
  • Ausländer mit einer Duldung gem. § 60a Abs. 2 Satz 3 AufenthG
  • Ausländer mit einer Aufenthaltserlaubnis gem. § 25 Abs. 5 AufenthG

 

Deutsche Staatsangehörige und EU-Bürger haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Teilnahme an einem Integrationskurs. Wenn Sie noch nicht ausreichend Deutsch sprechen, besonders integrationsbedürftig sind und es freie Kursplätze gib kann Sie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aber trotzdem zu einem Kurs zulassen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier:

Informationen für deutsche Staatsangehörige

Informationen für EU-Bürger

Wie läuft der Integrationskurs ab

Vor Beginn des Integrationskurses führt der Kursträger einen Einstufungstest mit Ihnen durch. Das Ergebnis hilft ihm, zu entscheiden, mit welchem Kursabschnitt Sie beginnen sollten. Ziel des Integrationskurses ist es, dass Sie erfolgreich am Abschlusstest teilnehmen. Der Abschlusstest besteht aus zwei Prüfungen:

Haben Sie erfolgreich am Abschlusstest teilgenommen, erhalten Sie das »Zertifikat Integrationskurs«.

Was kostet die Teilnahme

Die Bundesrepublik Deutschland trägt einen großen Teil der Kosten für die Integrationskurse. Für Sie selbst verbleibt ein Betrag von 1,95 Euro pro Unterrichtsstunde, mit dem Sie sich an den Kosten beteiligen müssen.

Bei Bezug von Sozialleistungen oder entsprechenden wirtschaftlichen Verhältnissen können Sie vom Kostenbeitrag befreit werden. Weitere Informationen dazu und den Antrag auf Befreiung vom Kostenbeitrag zum Integrationskurs finden Sie hier. Bei der Beantragung der Kostenbefreiung ist Ihnen Ihr Kursträger gerne behilflich. Spätaussiedler müssen keinen Kostenbeitrag leisten.

Haben Sie innerhalb von zwei Jahren den Abschlusstest erfolgreich bestanden, können Sie auf Antrag die Hälfte des von Ihnen gezahlten Kostenbeitrages zurück erhalten. Zudem gibt es die Möglichkeit, Fahrtkosten ganz oder teilweise erstattet zu bekommen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Fußweg zwischen Ihrer Wohnung und der Kursstätte mindestens 3,0 km beträgt. Den Antrag auf Rückerstattung des Kostenbeitrages (50 Prozent) und den Antrag auf Fahrtkostenzuschuss finden Sieh hier.

Wo finden Integrationskurse im Landkreis Lindau (Bodensee) statt

Folgende Träger sind vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge anerkannter Sprachkursträger im Landkreis Lindau (Bodensee)und bieten an verschiedenen Standorten in Lindau und Lindenberg Integrationskurse an:

Welche Kurse als nächstes beginnen können Sie dieser Übersicht entnehmen oder bei Frau Fatma Iramil, Tel.: 08382 270-438, fatma.iramil@landkreis-lindau.de oder direkt bei den Kursträgern erfragen.

Wie melde ich mich zu einem Integrationskurs an

Sobald Sie von der Ausländerbehörde, dem Jobcenter oder einer anderen berechtigten Stelle eine Verpflichtung oder eine Berechtigung zur Teilnahme an einem Integrationskurs erhalten haben, wird die Bildungskoordination im Landkreis Lindau (Bodensee) darüber informiert. Von dieser erhalten Sie dann eine schriftliche Aufforderung zur Anmeldung bei dem nächstmöglichen Integrationskursangebot.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an das Beraternetzwerk Integration im Landkreis Lindau (Bodensee).

Formulare und Anträge

Weitere Informationen und hilfreiche Links