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Aktuelle Informationen zur Geflügelpest im Landkreis Lindau

 

Seit Ende Oktober 2020 wurden in Deutschland mehrere Fälle der hoch pathogenen aviären Influenza (HPAI) H5N5 und H5N8 (Geflügelpest) bei Wildvögeln in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein festgestellt. Die Funde der verendeten Vögel an der Nord- und Ostseeküste lagen an den Zwischen- und Überwinterungsquartieren des herbstlichen Vogelzugs. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hatte daraufhin im Rahmen einer Riskioeinschätzung vom 2. November 2020 das Risiko für weitere Einträge von HPAIV H5 nach Deutschland sowie der Ausbreitung in der Wasservogelpopulation und des Eintrags in Nutzgeflügelhaltungen im Laufe des Herbstes oder Winters als hoch eingestuft. Nun ist ein erster Fall in Konstanz aufgetreten und im Bodenseekreis wurde die Stallpflicht für Geflügel angeordnet. Im Landkreis Lindau gibt es aktuell noch keinen Fall und es besteht auch noch keine Stallpflicht. Sollte dies der Fall sein, werden wir hier weitere Informationen dazu veröffentlichen. Um die Geflügelbestände vor einem Eintrag des Erregers zu schützen sowie eine mögliche weitere Verbreitung zu vermeiden, bittet das Veterinäramt des Landkreises Lindau alle Geflügelhalter im Landkreis die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen einzuhalten. Zudem sollten Funde von toten Vögeln im Landkreis Lindau dem Veterinäramt unter möglichst genauer Angabe des Fundortes gemeldet werden und zwar unter der Telefonnummer 08382 270-502. Die toten Vögel sollten nicht berührt werden, da die Gefahr der Seuchenverschleppung besteht.

In der Geflügelpest-Verordnung ist in den Paragraphen 3, 4 und 5 (Fütterung und Tränkung, Früherkennung sowie Schutzkleidung) gesetzlich vorgeschrieben welche Biosicherheitsmaßnahmen und Überwachungs- bzw. Abklärungsuntersuchungen konsequent für Geflügelhalter einzuhalten sind. Insbesondere ist die Errichtung einer funktionierenden physischen Barriere zwischen den Habitaten von wilden Wasservögeln (z.B. Gewässer, Felder, auf denen sich Gänse, Enten oder Schwäne sammeln) und den Geflügelhaltungen wichtig. Berücksichtigt werden müssen vor allem indirekte Eintragswege wie kontaminiertes Futter, Wasser oder verunreinigte Einstreu und Gegenstände (Schuhwerk, Schubkarren, Fahrzeuge u. ä.).

Weitere Informationen hierzu können auch dem Merkblatt des Friedrich-Loeffler-Instituts „Schutzmaßnahmen gegen die Geflügelpest in Kleinhaltungen“ entnommen werden.

Geflügelhaltungen im Landkreis Lindau müssen dem Veterinäramt (Tel. 08382 270-502) unter Angabe von Namen, Anschrift, Anzahl und Standort der gehaltenen Tiere sowie Haltung in Freiland- oder Stallhaltung angezeigt werden.