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28.07.2025

Kreistag gibt grünes Licht für das Berufliche Schulzentrum Lindau: Deutliche Mehrheit für Neubau - ein Meilenstein für Bildung und Fachkräftesicherung

Lindau (Bodensee) – Der Kreistag des Landkreises Lindau (Bodensee) hat mit großer Mehrheit den Neubau des Beruflichen Schulzentrums Lindau beschlossen. Damit wurde der Startschuss für das bislang größte Hochbauprojekt in der Geschichte des Landkreises gegeben – ein starkes Signal für zukunftsfähige Bildung, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Verantwortung. „Mit dem heutigen Beschluss steht dem Neubau nichts mehr im Weg. Wir schaffen die baulichen Voraussetzungen für moderne berufliche Bildung und sichern langfristig die Ausbildungsqualität im Landkreis“, betonte Landrat Elmar Stegmann.

Bildung stärken – Standort sichern

Auch die heimische Wirtschaft unterstützt das Projekt ausdrücklich. Der Neubau des BSZ wird als bedeutender Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Westallgäu/Bodensee gesehen. „Der Neubau ist ein Versprechen an unsere jungen Menschen: Ihr bekommt die bestmöglichen Voraussetzungen für Eure Ausbildung – modern, praxisnah und zukunftsorientiert. Gleichzeitig senden wir ein starkes Signal an unsere Ausbildungsbetriebe, die auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen sind“, so Landrat Elmar Stegmann.

Die Entscheidung basiert auf einer umfassenden Analyse: Bereits 2018 hatte der Landkreis mit der Entwicklung des Projekts begonnen. Grundlage war eine Machbarkeitsstudie der Büros Meixner + Partner und Krug Grossmann, die dem Kreistag Ende 2019 vorgelegt wurde. Die Studie kam zu dem klaren Ergebnis: Eine Sanierung oder Teilsanierung des Bestandsgebäudes ist wegen schwerwiegender baulicher Mängel und instabiler Gründung nicht möglich.Auch eine Weiternutzung des Gebäudes ist keine tragfähige Lösung, da das Gebäude aufgrund des schlechten Zustands nicht langfristig weitergenutzt werden kann. Die einzige zukunftsfähige Lösung ist ein Neubau. „Mit dem neuen Beruflichen Schulzentrum stärken wir den Bildungsstandort Lindau dauerhaft – und machen ihn zu einem Leuchtturm für berufliche Bildung. Das ist aktive Standortpolitik mit Weitblick“, so Landrat Stegmann.

Nach pandemiebedingter Pause wurde das Projekt 2021 wieder aufgenommen. Die Vor- und Entwurfsplanung konnte 2025 abgeschlossen werden – sie bildete die Grundlage für die jetzige Kreistagsentscheidung.

58 Prozent Förderquote und ein Eigenanteil des Landkreises von rund 40 Millionen Euro

Der Landkreis erhält für das Projekt eine überdurchschnittliche Förderung nach dem Bayerischen Finanzausgleichsgesetz (BayFAG) mit einer Quote von 58 Prozent – höher als ursprünglich kalkuliert.

Insgesamt fließen rund 45,95 Millionen Euro an staatlicher Förderung, ergänzt durch eine KfW-Förderung von 1 Million Euro im Rahmen des Qualitätssiegels „Nachhaltiges Gebäude (QNG)“.

  • Gesamtkosten Schulneubau (ohne Turnhalle): 87,2 Millionen Euro
  • Eigenanteil des Landkreises: rund 40,2 Millionen Euro
  • Kostenreserve: 10 % zur Absicherung gegen Preissteigerungen

„Wir haben großen Wert auf eine solide Finanzierung gelegt. Die Städte und Gemeinden im Landkreis dürfen auch künftig ihre Aufgaben verlässlich erfüllen können – dieser Verantwortung waren wir uns in jeder Phase bewusst“, erklärt Landrat Stegmann. Dank planerischer Optimierungen und der Arbeit einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe konnten bereits über 24 Millionen Euro an Einsparungen realisiert werden.

Bewährtes Verfahren statt Generalübernehmer-Modell

Der Landkreis bleibt beim Verfahren der klassischen Einzelvergabe. Eine Vergabe an einen Generalübernehmer (GU) wurde bereits 2018 von der Regierung von Schwaben kritisch bewertet und auch im Gutachten der Planungsbüros klar abgelehnt. Höhere Kosten und längere Verfahren wären die Folge gewesen.

Angesichts bereits investierter 3,9 Millionen Euro in Planung und Projektentwicklung sowie der baulichen Dringlichkeit sieht die große Mehrheit im Kreistag keine Alternative zum eingeschlagenen Weg.

Turnhalle: Bauantrag in Vorbereitung – Interimslösungen gesucht

Vorbehaltlich der abschließenden Prüfung soll für eine neue Turnhalle ein separater Baubeschluss erfolgen. Derzeit stehen der Fach- und Berufsoberschule Lindau nur 25 von 45 benötigten Sportstunden zur Verfügung – zum Teil in externen Hallen, zum Teil über alternative Bewegungsangebote. Die Schulaufsicht hat diese Übergangslösung bislang genehmigt, eine dauerhafte Lösung bleibt jedoch erforderlich.

Das sind jetzt die nächsten Schritte:

  • Einreichung des Bauantrages bei der Stadt Lindau
  • Weiterführung der Leistungsphase 5 (Ausführungsplanung)
  • Vorbereitende Maßnahmen: 
  • Abbruch der alten Turnhalle
  • Rückbau der Doppelhäuser
  • Teilabbruch der KFZ-Werkstatt mit anschließender Umsiedlung
  • Verlegung des Bestandskanals und Errichtung einer neuen Trafostation