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08.04.2026

Gesundheitsregionplus stellt Arbeit im Integrationsbeirat vor - Zusammenarbeit soll gestärkt werden

Lindau (Bodensee) - Der Integrationsbeirat des Landkreises Lindau hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit zentralen Fragen der Teilhabe, Gesundheits-information und Integrationsarbeit befasst. Deutlich wurde: Um alle Menschen im Landkreis zu erreichen, braucht es verständliche Angebote, gezielte Ansprache und starke Netzwerke vor Ort.

Gesundheit verständlich und zugänglich machen

Im Fokus stand die Vorstellung der Gesundheitsregionplus durch Thomas Kaleja. Dabei wurde klar, dass gute Vernetzung der Schlüssel ist – etwa im Gesundheitsforum, in dem sich regelmäßig Akteure aus Medizin, Bildung und Prävention austauschen. Gleichzeitig bestehen weiterhin Hürden: Viele Informationen im Gesundheitssystem sind schwer verständlich, Sprachbarrieren erschweren den Zugang zusätzlich. Besonders für Menschen mit Migrationshintergrund ist es oft schwierig, passende Angebote zu finden oder einzuordnen.

Der Integrationsbeirat sieht hier konkreten Handlungsbedarf. Ziel ist es, Gesundheitsinformationen einfacher, alltagsnah und kultursensibel zu vermitteln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Gesundheitskompetenz – insbesondere bei vulnerablen Gruppen. Prävention soll dort ankommen, wo Menschen leben: in den Kommunen, im direkten Umfeld und im Alltag.

Aus dem Gremium kamen dazu konkrete Vorschläge. Diskutiert wurde unter anderem die Idee einer kompakten, leicht verständlichen Informationsbroschüre mit praktischen Orientierungshilfen: Wann gehe ich zum Arzt? Was kann ich selbst behandeln? Welche Vorsorge ist wichtig? Auch Themen wie Kinderzahngesundheit, Ernährung und Prävention sollen stärker adressiert werden. Ein zentrales Anliegen ist dabei, insbesondere Eltern besser zu erreichen und langfristig einzubinden.

Gesundheitswissen kultursensibel vermitteln

Ein wichtiger Baustein ist das MiMi-Gesundheitsprojekt („Mit Migranten für Migranten“). Hier werden engagierte Personen mit Migrationshintergrund zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet, die Gesundheitswissen mehrsprachig und zielgruppengerecht weitergeben. Ziel ist es, Zugänge zu erleichtern, Vertrauen aufzubauen und die Gesundheitskompetenz nachhaltig zu stärken.

Für die kommende Schulung werden noch Interessierte gesucht: Angesprochen sind Personen mit Migrationshintergrund und guten Deutschkenntnissen, die Interesse daran haben, Gesundheitsthemen an andere Menschen weiterzugeben. Ein medizinischer Hintergrund ist nicht erforderlich. Wichtig sind vielmehr Motivation, Offenheit und die Bereitschaft, sich in die Themen einzuarbeiten und als Vermittlerin oder Vermittler aktiv zu werden.
Informationen und Anmeldung sind per E-Mail möglich unter: integrationsbeirat@landkreis-lindau.de


Zusammenarbeit mit dem Kreistag stärken

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Zusammenarbeit mit dem Kreistag. Der Integrationsbeirat nimmt eine beratende Funktion ein und bringt zentrale Themen der Integration in politische Entscheidungsprozesse ein. Um diese Rolle weiter zu stärken, wurde angeregt, die Arbeit des Gremiums im neuen Kreistag sichtbarer zu machen – etwa durch regelmäßige Berichte im Kreistag sowie eine stärkere Präsenz in den Gemeinden.

Vielfältige Projekte und starkes Engagement

Die Sitzung zeigte auch die große Bandbreite der aktuellen Projekte. Die Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag waren sehr gut besucht und stießen auf durchweg positive Resonanz. Schulprojekte wie „Vielfalt im Gepäck“ oder das Antidiskriminierungsprojekt am Bodenseegymnasium fördern frühzeitig den respektvollen Umgang miteinander und sensibilisieren für gesellschaftliche Vielfalt.

Ein weiteres Projekt ist das P-Seminar des Bodenseegymnasiums, das aktuell eine englischsprachige Willkommensbroschüre für internationale Fachkräfte im Landkreis Lindau mit dem Titel „Creating a Welcome Brochure for International Professionals in Lindau“ erarbeitet.

Ein besonderer Termin im Jahresverlauf sind die Interkulturellen Wochen vom 20. September bis 10. Oktober 2026. Sie werden in enger Zusammenarbeit mit der vhs Lindau und der vhs Lindenberg-Westallgäu sowie unter Einbeziehung von Vereinen, Kitas, Kindergärten, Schulen und den Kirchen vorbereitet und durchgeführt.

Abschied und Ausblick

Zum Abschluss der Sitzung wurden drei Mitglieder aus dem Kreistag, darunter auch langjährig Engagierte, aus dem Integrationsbeirat verabschiedet: Rose Eitel-Schmid, Angela Feßler und Sabine Schmid. Sie haben die Arbeit des Gremiums über Jahre hinweg mitgeprägt, wichtige Impulse gesetzt und den Austausch zwischen Kreistag und Integrationsbeirat aktiv gestaltet.

Durch ihr kontinuierliches Engagement haben sie maßgeblich dazu beigetragen, Themen der Integration sichtbar zu machen, Projekte anzustoßen und den Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu stärken. Der Integrationsbeirat würdigte ihren Einsatz ausdrücklich, dankte ihnen für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit und wünschte alles Gute.