Drei neue Laien-Defibrillatoren (AEDs) für die Stadt Lindenberg im Allgäu - die Gesundheitsregionplus des Landkreises Lindau setzt auf schnelle Hilfe im Notfall
Lindau (Bodensee) – Dank Fördermitteln des Freistaats Bayern, die über den Landkreis Lindau weitergeleitet wurden, konnten alleine in Lindenberg drei neue Defibrillatoren installiert werden – darunter ein Gerät am THW-Ortsverband Lindenberg in Goßholz mit 24/7-Zugang. Insgesamt wurden im Rahmen des Förderprogramms bereits sieben AEDs im Landkreis beschafft. Die Aktion ist Teil einer Initiative zur Erhöhung von Überlebenschancen bei Herzstillstand. Für die schnelle Hilfe im Notfall werden nun weitere Ersthelferinnen und Ersthelfer für die Region der Lebensretter gesucht.
Laut des Spitzenverbands Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung DGUV, sterben in Deutschland jährlich über 100.000 Menschen plötzlich und unerwartet an einem Herz-Kreislauf-Stillstand – meist verursacht durch Herzkammerflimmern. In über 80 Prozent der Fälle könnte eine frühzeitige Defibrillation Leben retten. Entscheidend sind die ersten Minuten: Je schneller geholfen wird, desto größer die Überlebenschance. Die Realität zeigt jedoch, dass professionelle Hilfe oft nicht schnell genug vor Ort ist – besonders im ländlichen Raum.
Um diese Versorgungslücke zu schließen, investieren der Landkreis Lindau und die Stadt Lindenberg gezielt in den Ausbau öffentlich zugänglicher Laien-Defibrillatoren – sogenannten AEDs – und setzen auf das Engagement freiwilliger Ersthelferinnen und Ersthelfer. Möglich wurde das Projekt durch Fördermittel des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration, die über den Landkreis an die Stadt Lindenberg weitergeleitet wurden. Die Gesamtkosten für die Defibrillatoren belaufen sich auf insgesamt rund 9.700 Euro. Davon konnten rund 4.800 Euro über die Förderung bezuschusst werden. Die verbleibenden Kosten wurden von der Stadt Lindenberg getragen. Alleine dort konnten so im letzten Jahr drei neue AEDs installiert werden – unter anderem am THW-Standort in Goßholz, in Lindenberg-Ried und am Nadenberg beim ehemaligen Impfzentrum.
Insgesamt wurden über die Förderrichtlinie des Freistaates bereits sieben Geräte im gesamten Landkreis Lindau beschafft und in Betrieb genommen. Zwei weitere folgen in diesem Jahr dank der Unterstützung der Sparkassenstiftung.
Die Auswahl der Standorte erfolgte unter fachlicher Begleitung der Gesundheitsregionplus des Landkreises Lindau (Bodensee) gemeinsam mit der Stadtverwaltung. Ein beispielhafter Standort ist das THW in Lindenberg-Goßholz: Bei der offiziellen Übergabe des AEDs waren Landrat Elmar Stegmann, der Lindenberger Bürgermeister Eric Ballerstedt, der Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregionplus Thomas Kaleja und die stellvertretende Ortsbeauftragte des THW Lindenberg Pia Hege vor Ort. Der dort installierte Defibrillator ist rund um die Uhr öffentlich zugänglich, in der AED-Karte der Region der Lebensretter erfasst und direkt mit der Integrierten Leitstelle verbunden. Das bedeutet: Im Notfall kann das Gerät durch ehrenamtliche Helfer schnell geholt und eingesetzt werden – ohne Zeitverlust.
Region der Lebensretter
Neben der schnellen Verfügbarkeit von AEDs braucht es auch Ersthelferinnen und Ersthelfer, die wissen was zu tun ist und schnell vor Ort sind. Deshalb wirbt der Landkreis Lindau gemeinsam mit der Gesundheitsregionplus aktiv für die Initiative. Das app-basierte System der Region der Lebensretter ergänzt bestehende Rettungsstrukturen sinnvoll und zuverlässig. Die Idee ist einfach und wirkungsvoll: Wer medizinisch qualifiziert ist – etwa Pflegekräfte, Notfallsanitäter, medizinisches Personal – oder praktische Einsatzerfahrung in Hilfsorganisationen, wie dem THW mitbringt, kann sich freiwillig bei der Region der Lebensretter registrieren lassen. Im Ernstfall alarmiert eine App gezielt verfügbare Ersthelfer in der Nähe des Notfalls. So kann die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes entscheidend überbrückt werden. „Wir setzen auf starke Partner mit medizinischer Qualifikation und engagierte Mitglieder aus den Hilfsorganisationen und wollen mehr von ihnen motivieren, sich bei der Region der Lebensretter zu engagieren.“ erklärt Thomas Kaleja, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregionplus im Landkreis Lindau (Bodensee).
Für Landrat Elmar Stegmann steht fest: „Jede Sekunde zählt bei einem Herzstillstand. Mit dem Ausbau unseres AED-Netzes und der Beteiligung möglichst vieler Helferinnen und Helfer bei der Region der Lebensretter schaffen wir die Voraussetzungen, dass im Notfall rasch Hilfe kommt – das kann Leben retten. Dass wir zusätzlich einen weiteren Rettungswagen in Oberreute stationieren konnten, ist ein weiteres wichtiges Puzzlestück zur Stärkung einer ganzheitlichen Notfallversorgung im Landkreis Lindau. Gerade in unserer ländlich geprägten Region müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um schnelle Hilfe sicherzustellen.“
Auch Lindenbergs Bürgermeister Eric Ballerstedt unterstreicht das Engagement: „Die Stadt Lindenberg setzt sich aktiv für eine bessere Notfallversorgung ein. Ziel ist es, flächendeckend Defibrillatoren vorzuhalten, um auch Laien eine Reanimation so einfach wie möglich zu machen, schließlich zählt hier jede Minute. Die neuen Defibrillatoren sind ein sichtbares Zeichen dieser Verantwortung – und eine wichtige Ergänzung zu den bestehenden Strukturen im Rettungswesen.“
Für Pia Hege, stellvertretende Ortsbeauftragte des THW Lindenberg, zeigt das Projekt zudem, wie das Ehrenamt in die tägliche Gesundheitsversorgung eingebunden werden kann. „Auch wenn es kein klassischer THW-Einsatz ist, werden unsere Helferinnen und Helfer, die sich zusätzlich bei der Region der Lebensretter engagieren, regelmäßig in Erster Hilfe geschult. Es geht nicht um mehr Einsätze – sondern darum, vielleicht dem eigenen Nachbarn das Leben zu retten. Die Einbindung ist ein echter Mehrwert für das Ehrenamt“, so Hege. Die Schulung der THW-Helferinnen und -Helfer im Bereich der Herz-Lungen-Wiederbelebung übernimmt der BRK-Kreisverband Lindau. Die Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen im Landkreis zeigt, wie verlässlich und gut vernetzt das ehrenamtliche Engagement in der Region funktioniert – immer mit dem Ziel, im Notfall schnell und kompetent Hilfe zu leisten.
Eine Kombination aus moderner Technik, verlässlichen Strukturen und freiwilligem Engagement kann im Notfall Menschenleben retten.
Auf der Webseite der Region der Lebensretter sind alle AED-Standorte einsehbar.
