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09.02.2018

Das Landratsamt informiert: Im Bebauungsplan Ringenberg ist Holz als Brennstoff in Einzelfällen zulässig

Lindau (Bodensee) – Festbrennstoffe – insbesondere Holz – werden von vielen Bauherren bevorzugt. Ob diese Brennstoffe aber wirklich die erste Wahl sind, muss jeweils im Einzelfall geprüft werden. Grundlage hierfür ist das Baugesetzbuch, das zum Ziel hat, für gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse zu sorgen. In dem geplanten Baugebiet „Ringenberg“ in Maierhöfen beispielsweise ist der Einbau von zentralen Feuerungsanlagen mit Stückholz aus Gründen der Lufthygiene nicht möglich. Holzpellets dürfen jedoch verwendet werden. Die Gründe: Das Baugebiet weist eine erhöhte Hangneigung und eine ungünstige meteorologische Luftausbreitung auf. Das heißt, dass alle Gebäude dort im Einwirkungsbereich von Luftschadstoffen liegen und Rauchgase vor allem in den Nachtzeiten zu erheblichen Beeinträchtigungen führen können. Zum Schutz der Bewohner will das Landratsamt deshalb den Einsatz von Festbrennstoffen wie Holz und Kohle eingeschränkt sehen.

Wichtig für die Beurteilung sind die Steigung des Geländes, die in dem konkreten Fall in Maierhöfen zwischen 9 und 11 % liegt, sowie das jeweilige Emissionsverhalten von Festbrennstoffen. Hierzu gibt es umfangreiche Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, auf die sich das Landratsamt stützt. Im Baugebiet „Ringenberg“ ist wegen der Steigung und der ungünstigen Luftausbreitung zu erwarten, dass Rauchgase in Wohnräume eindringen, die gerade während der Nacht nicht mehr „ausgelüftet“ werden können. Dies kann vor allem im Schlafbereich zu gesundheitsschädlichen Beeinträchtigungen führen. Dieses Problem ist während des gesamten Jahres hindurch zu erwarten, weil die Feuerungsanlagen auch im Sommer zur Erzeugung von Warmwasser in Betrieb sein können. Auch moderne Stückholzfeuerungsanlagen, die andernorts zulässig sind, können Staub, Kohlenmonoxid und Stickoxide nicht weit genug reduzieren, um schädliche Umwelteinwirkungen bei der hier gegebenen topographischen und meteorologischen Problemlage zu vermeiden.

„In der Vergangenheit mussten bei etwa einem Dutzend Bebauungsplänen entsprechende Einschränkungen vorgeschlagen werden“, so Christine Münzberg-Seitz, Geschäftsbereichsleiterin am Landratsamt. „Werden diese Vorschläge nicht umgesetzt, so ist nach unserer Erfahrung davon auszugehen, dass Rauchgasbeschwerden auflaufen werden.“ Diese müssen dann im Vollzug des Bundesimmissionsschutzgesetzes gegebenenfalls mit Anordnungen bis zur Unterlassungsverfügung behoben werden. „Und dies wird für den Bauherrn teuer“, erklärt Münzberg-Seitz. Deshalb wurde seitens des technischen Umweltschutzes der Einsatz von Festbrennstoffen für zentrale Feuerungsanlagen im Bebauungsplan Ringenberg ausgeschlossen. Ausgenommen von diesem Verbotsvorschlag sind Holzpellet-Feuerungen und der gelegentliche Betrieb (4 – 5 Mal pro Monat) von Festbrennstoff-Einzelfeuerungen, wie beispielsweise von offenen Kaminen und Kaminöfen.