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05.01.2018

Bürger informieren sich über Fairen Handel im Landratsamt

Lindau (Bodensee) – Besucher des Landratsamtes konnten sich im Dezember 2017 über den Fairen Handel in Bayern informieren. Im Rahmen der Ausstellung „Fairer Handel in Bayern“ haben Vertreterinnen und Vertreter der Weltläden Lindenberg und Wasserburg von ihrem Arbeitsalltag berichtet und sich mit Schülern des Green Teams vom Bodensee-Gymnasium ausgetauscht.

Sowohl Mitarbeiter als auch zahlreiche Besucher konnten sich in den vergangenen Wochen auf sieben Aufstellern über die Grundprinzipien des Fairen Handels in Bayern informieren. Landrat Elmar Stegmann betonte die Bedeutung nachhaltigen und Fairen Handels im Landkreis Lindau und machte deutlich, dass der Landkreis auch eine Mitverantwortung bei der Lösung globaler Probleme trägt. „Die Ausstellung an einem stark frequentierten Ort wie im Foyer unseres Landratsamtes leistet einen guten Beitrag um die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises über die Herausforderungen einer globalen Welt zu informieren“, findet Elmar Stegmann.

Ein Problem kann beispielsweise sein, dass im Privatleben oder bei der Vergabe von Dienstleistungs- oder Bauaufträgen auf kommunaler Ebene häufig das preisgünstigste Produkt beschafft wird. Doch diese Waren werden oft von unzureichend bezahlten Menschen unter umweltschädigenden Methoden hergestellt. Die Bezahlung reicht nicht für das tägliche Leben, sie bedeutet Armut. Und diese Armut hat globale Auswirkungen: „Die Menschen sehen keine Perspektive in ihrer Heimat und machen sich auf den Weg – und kommen als Flüchtlinge auch in unseren Landkreis“, so Michael Remiorz, der die kommunale Entwicklungspolitik koordiniert.

Die Weltläden in Wasserburg und Lindenberg sowie der Arbeitskreis Eine Welt der Lokalen Agenda 21 handeln ausschließlich mit fair gehandelten Produkten. „Wer im Weltladen regelmäßig oder auch nur gelegentlich einkauft, praktiziert ein Höchstmaß an Verantwortung für Menschen und Umwelt in der globalen Welt“, sagt Hans-Martin Böhm vom Weltladen Lindenberg dazu.

Bei einer Informationsveranstaltung rund um den fairen Handel haben sich in diesem Zusammenhang Schülerinnen und Schüler des Green Teams vom Bodensee-Gymnasium Gedanken gemacht, was man alles von 1,50 Euro kaufen kann. So zählten die Schüler etwa Kugelschreiber, Obst oder Leberkässemmeln auf. Dass diese Summe allerdings zu wenig ist um die eigenen, täglichen Bedürfnisse sicherzustellen, darüber waren sich alle Besucher der Veranstaltung einig.

Diese 1,50 Euro entsprechen etwas weniger als den 1,90 US-Dollar, die von der Weltbank als absolute Armutsgrenze definiert werden. Weltweit leben 720 Millionen Menschen unterhalb dieser Armutsgrenze und damit ist etwa jeder zehnte von extremer Armut betroffen. Der Faire Handel kann dieses globale Problem zwar nicht lösen, ist aber dennoch ein gutes Instrument um sicherzustellen, dass die Produzenten in den Ländern für ihre Arbeit fair bezahlt werden. Denn gerechtere Handelsbedingungen verbessern die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse auf der gesamten Welt.

Von der Qualität der Produkte konnten sich die Schülerinnen und Schüler selbst überzeugen und berichteten dabei ebenfalls von ihren Maßnahmen gegen ungerechte Handelsstrukturen. So sind die Schüler des Bodensee Gymnasiums bereits selbst seit einigen Jahren im Verkauf fair gehandelter Produkte aktiv, wie beispielsweise bei der diesjährigen Schokonikolaus-Aktion, bei der Nikoläuse am 6. Dezember verschenkt werden konnten.

Landrat Elmar Stegmann mit Schülern des Bodensee-Gymnasiums Lindau und Vertretern der Weltläden Wasserburg und Lindenberg.