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29.04.2020

Wohnungsnot bei Mauersegler und Co. - Ein Biodiversitätsprojekt des Landschaftspflegeverbandes soll helfen.

In den nächsten Monaten werden Mauersegler unser Leben wieder begleiten, wenn sie ihren schönen schrillen Rufen durch die Luft sausen. Ab Ende April kehren sie aus den weit entfernten Überwinterungsgebieten im südlichen Afrika zurück, um hier bei uns für Nachwuchs zu sorgen. Mag sich das Leben dieser Flugkünstler die meiste Zeit des Jahres in der Luft abspielen, zum Brüten benötigen sie festen Untergrund. Mauersegler gehören zu den sogenannten Gebäudebrütern, denn gebrütet wird in Spalten, Nischen und Höhlen von Gebäuden, die einen freien Anflug in mindestens 5 m Höhe bieten. Der Nesteingang findet sich meist unmittelbar unter dem Dach. Wenn sie einmal einen Brutplatz gefunden haben, kommen sie ein Leben lang jedes Jahr dorthin zurück. Doch haben Mauersegler bei uns zunehmend Probleme geeignete Unterkunft für ihr Brutgeschäft zu finden. Wird ein angestammter Nistplatz durch eine Sanierung verschlossen, herrscht plötzlich Wohnungsnot.

Nicht nur dem Mauersegler, sondern auch anderen Gebäudebrütern, wie der Rauch- und Mehlschwalbe sowie dem Haussperling, besser bekannt als „Spatz“ ergeht so: Nistplätze werden immer rarer, denn die moderne Architektur bietet kaum mehr Nistmöglichkeiten und bei Renovierungsarbeiten an älteren Gebäuden gehen Brutmöglichkeiten für Gebäudebrüter oft unbemerkt und unbeabsichtigt verloren. Doch stehen die Fortpflanzungs- oder Ruhestätten dieser Vogelarten unter gesetzlichem Schutz und dürfen nicht beschädigt oder zerstört werden. Das verpflichtet uns, Nistplätze zu erhalten oder bei unumgänglichem Verlust zu ersetzen. Zudem können wir durch die Bereitstellung von Nisthilfen diese Arten unterstützen.

Aber es genügt nicht, für Nistplätze zu sorgen. Die Bestände dieser Vogelarten nehmen zum Teil dramatisch ab, was auch an der Verschlechterung der Qualität ihrer Lebensräume liegt. So herrscht je nach Art oft auch Mangel an Nahrung, Nistmaterial und sicheren Verstecken. Damit wir noch lange das bunte Treiben von Mauersegler, Spatz und Co. in unseren Siedlungsräumen erleben dürfen, können wir sie durch naturnahe und vielfältig gestaltete Gärten und Grünflächen, durch die Begrünung von Hausfassaden oder den Verzicht den Einsatz von Pestiziden unterstützen.

Der Landschafspflegeverband will mit einem Biodiversitätsprojekt, das vom Freistaat Bayern gefördert wird, die Wohnungsnot bei Mauersegler und Co. lindern. Wir beraten dazu Hausbesitzer oder Bauherren kostenlos rund um Schutz von Gebäudebrütern. Falls bei Ihnen eine Gebäudesanierung ansteht oder Sie diese Vogelarten mit Nisthilfen unterstützen wollen, wenden Sie sich bitte an den Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. unter 08382/270-381.