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24.11.2020

Klimaschutz braucht Moore- Eine Maßnahme in den Trogener Mooren

Wachsende Moore sind ein wichtiger Speicher für Kohlendioxid. Pro Hektar speichern sie etwa 700 Tonnen Kohlenstoff, sechmal so viel wie Wald. Doch sind intakte Moore in unserer heimischen Landschaft selten geworden, denn 95% der Bayerischen Moore gelten heute als entwässert. So tragen sie fünf Prozent zu den Treibhausgasemissionen in Bayern bei.

Moore wurden entwässert, um sie nutzbar zu machen. So wurde Torf als Brennmaterial gestochen oder es wurde Ackerland und Wiesen entwickelt. Auch wenn zumindest die Nutzung von Hochmooren bei uns längst aufgegeben wurde, sind die vor langer Zeit angelegten Entwässerungsgräben heute noch wirksam. Dadurch verändern Hochmoore nicht nur ihr Angesicht zusehends, weil sie keinen Torf mehr bilden, sacken, austrocken und sich langsam bewalden. Dies schadet auch unserem Klima: Die Moore speichern kein CO2 mehr, sondern setzen es mit anderen klimaschädlichen Gasen aus sich zersetzenden Torfen frei. Denn wenn der mooreigene Wasserspiegel durch Entwässerung sinkt, gelangt Sauerstoff in den Moorboden und zersetzt den über lange Zeiträume gewachsenen Torf nach und nach. Aber nicht nur unserem Klima, sondern auch den Bewohnern der Hochmoore schadet dies auf Dauer. Tier-und Pflanzenarten, wie Moosbeere oder Rundblättriger Sonnentau, die gut mit den sehr nassen, nährstoffarmen und sauren Bedingungen im diesem Lebensraum zurechtkommen, drohen langfristig zu verschwinden. Um diesen Prozessen entgegen zu wirken, muss die Entwässerung der Hochmoore aufgehalten werden.

Das „Geiwitzenmoos“ im Naturschutzgebiet Trogener Moore ist etwa 20 ha groß und liegt im Markt Weiler-Simmerberg. Auch hier wurden Entwässerungsgräben gezogen und Torf gestochen. Um festzustellen, wie das Moor entwässert wird und wo man die Entwässerung aufhalten kann, wurde im Auftrag der Regierung von Schwaben eine Fachplanung erstellt. Auf Grundlage dieser Planung hat der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e.V. bereits im Frühjahr mit den ersten Maßnahmen begonnen. Ein vor etwa 10 Jahren gebauter und heute maroder Damm aus Holz und Lehm wurde durch einen etwa 25 m langen Damm aus Stahlspundwänden ersetzt. Jetzt im Herbst wurden 24 Dämme aus Holz und Torf eingebaut. So hält sich das Regenwasser länger im Moor. Der mooreigne Wasserspiegel wird verbessert, das Zersetzen des Torfes aufgehalten und damit langfristig ein Beitrag zum Schutz unseres Klimas und unserer heimischen Artenvielfalt geleistet.

Gefördert wird das Projekt über Mittel des Klimaschutzprogramms 2050 des Freistaats Bayern. Der Landschaftspflegeverband organisiert und begleitet die Maßnahme. Er übernimmt als Träger einen Teil der Kosten. Spendengelder des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger, die für den Moorschutz im Landkreis Lindau zur Verfügung gestellt wurden, werden für dieses Projekt mit verwendet.

Text: Holger Bayer, Michaela Berghofer, Fotos: LPV Lindau-Westallgäu e. V.

Quellen: Bayerisches Landesamt für Umwelt (Hrsg.): Intakte Moore – Prima fürs Klima. Informationsbroschüre unter Intakte Moore - prima fürs Klima - Moorschutz ist Klimaschutz - Publikationsshop der Bayerischen Staatsregierung (bayern.de), www.klimawandel-meistern.bayern.de/moorschutz.html