Direkt zu:

27.05.2020

Der Landschaftspflegeverband setzt eine Klimaschutzmaßnahme im »Geiwitzenmoos« bei Weiler-Simmerberg um

Wachsende Hochmoore sind in unserer heimischen Landschaft selten geworden. Allzu viele Moore wurden mit dem Ziel sie nutzbar zu machen, zumindest mittels Gräben entwässert. So konnte man beispielsweise Torf als Brennmaterial stechen. Auch wenn die Nutzung dieser Regenwassermoore bei uns längst aufgegeben wurde, sind die angelegten Entwässerungsgräben heute noch wirksam. Dadurch verändern Hochmoore ihr Angesicht zusehends: sie wachsen nicht mehr, trocknen aus und bewalden sich langsam. In der Folge drohen Tier-und Pflanzenarten, wie Moosbeere oder Rosmarinheide, die gut mit den sehr nassen, nährstoffarmen und sauren Bedingungen in diesem Lebensraum zurechtkommen, langfristig zu verschwinden. Aber nicht nur den Bewohnern der Hochmoore schadet dies auf Dauer, sondern auch unserem Klima. Sinkt der mooreigene Wasserspiegel und gelangt Sauerstoff in den Moorboden, zersetzt sich der über lange Zeiträume gewachsene Torf nach und nach. Dabei werden Kohlendioxid und andere klimaschädliche Gase frei gesetzt. Um all dem entgegen zu wirken, muss die Entwässerung gestoppt werden.

Das „Geiwitzenmoos“, gehört mit etwa 20 ha Größe, zum Naturschutzgebiet Trogener Moore südlich von Weiler-Simmerberg. Es wurde in der Vergangenheit entwässert und ist heute in den Randbereichen bewaldet. Um festzustellen, wie das Große Moos entwässert wird und was man dagegen tun kann, wurde über die Regierung von Schwaben eine Fachplanung erstellt. Auf Grundlage dieser Planung hat der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e.V. nun mit der Maßnahmenumsetzung begonnen. Ein vor etwa 10 Jahren gebauter und heute maroder Damm aus Holz und Lehm wurde durch einen etwa 25 m langen Damm aus Stahlspundwänden ersetzt. Im Sommer werden weitere Dämme aus Holz und Torf eingebaut. So hält sich das Regenwasser länger im Moor. Der mooreigne Wasserspiegel wird verbessert, die dort heimischen Tiere und Pflanzen werden sich im Nass wieder wohler fühlen. Langfristig wird damit ein Beitrag zum Schutz unseres Klimas geleistet.

Gefördert wird das Projekt über Mittel des Freistaats Bayern aus dem Klimaschutzprogramm (KLIP 2050), einem Sonderprogramm zum Schutz unserer heimischen Moore. Der Landschaftspflegeverband organisiert die Maßnahme und übernimmt als Träger einen Teil der Kosten. Spendengelder des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger, die für den Moorschutz im Landkreis Lindau zur Verfügung gestellt wurden, werden für dieses Projekt mit verwendet.

Text: Holger Bayer, Michaela Berghofer, Fotos: LPV Lindau-Westallgäu e. V.