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12.04.2021

"Draußen umgeschaut" April/Mai 2021 - Der Fieberklee

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ alle zwei Monate eine Tier- oder Pflanzenart in der lokalen Presse und auf den Internetseiten des LPV beim Landkreis Lindau (Bodensee) vor.

April/Mai 2021 – Der Fieberklee

Jetzt im Frühling wollen wir den Fieberklee (Menyanthes trifoliata), eine typische Sumpfpflanze vorstellen. Er ist die namensgebende Art der Familie der Fieberkleegewächse (Menyanthaceae). Mit einem langen und verzweigten Rhizom kriecht die Pflanze im sumpfigen Boden. Am Ende dieser Rhizome sitzen langgestielte, sehr bitter schmeckende Blätter, die wie ein dreiblättriges Kleeblatt aussehen. Daher kommt auch der Artname „trifoliata“. Im Mai wächst aus den Blattachseln ein bis zu 30 cm langer und traubenförmiger Blütenstand mit 10 bis 20 Blüten. Die strahlend weißen Blüten sind trichterförmig. Sie werden von Hummeln und Bienen bestäubt. Bis in den August reifen dann Kapselfrüchte heran, die schwimmen können und so über das Wasser verbreitet werden.

Der Fieberklee kommt vor allem im Übergangsmoor mit hoher Nässe und sauren Böden vor. Weitere Verbreitungsgebiete sind Flach- und Zwischenmoore, die Ränder von Stillgewässern, Moorschlenken sowie versumpfte Gräben. Er ist über weite Teile der Nordhalbkugel verbreitet. Hier bei uns im Landkreis kann man ihn immer wieder an sehr nassen Stellen in den Mooren wie beispielsweise dem Degermoos oder dem Wildrosenmoos finden. Die Sumpfpflanze ist nach der Bundesartenschutzverordnung „streng geschützt“ und ist in Bayern auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft.

Wie sich in dem deutschen Name wiederspiegelt, wurde der Pflanze früher eine fiebersenkende Wirkung nachgesagt, was jedoch wissenschaftlich nicht bestätigt werden konnte. Er wird auch Bitterklee genannt, denn seine schwachgiftigen Teile enthalten bittere Alkaloide, die arzneilich als appetitanregendes und die Magensaftproduktion förderndes Mittel verwendet werden.

Quellen/Literatur:

Dörr E. & Lippert W. (2004): Flora des Allgäus und seiner Umgebung, Bd. 2, IHW-Verlag, Eching

Baumhauer J. / Schmidt C. / van de Weyer K. (2014): Handbuch Wasserpflanzen, Patzer Verlag, Berlin-Hannover

Düll R. / Kutzelnigg H., (7. Korrigierte und erweiterte Auflage 2011) Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, QUELLE & MEYER Verlag Wiebelsheim

http://daten.bayernflora.de/de/info_pflanzen.php?taxnr=3689

http://www.floraweb.de/pflanzenarten/artenhome.xsql?suchnr=3689&

Text: Holger Bayer und Michaela Berghofer / Fotos: Holger Bayer und Michaela Berghofer