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Kommunale Entwicklungspolitik

Die globalen Herausforderungen der menschlichen Entwicklung sowie die Herausforderungen in Klima- und Umweltfragen sind nur durch kollektives Handeln der Weltgemeinschaft zu bewältigen. Aus diesem Grund setzt der Landkreis Lindau (Bodensee) globale Themen auf die kommunale Agenda und will ein gemeinsames Verständnis von kommunaler Entwicklungspolitik erzeugen.

Wir sind alle aufgefordert uns zu beteiligen. Denn für die kommunale Entwicklungspolitik ist eine enge Verzahnung von möglichst vielen Akteuren wichtig, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen und vermitteln, praktische Unterstützung leisten sowie Lernprozesse anregen. Ein breites Bündnis aus kommunaler Politik und Verwaltung, interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Kirchen erfüllt die kommunale Entwicklungspolitik mit Leben.

Die Kommunale Entwicklungspolitik wird deshalb als Querschnitts- und Zukunftsaufgabe verstanden. Sie berührt die Bereiche Wirtschaft, Umwelt, Soziales und Bildung.

Mit der Koordinierungsstelle für Kommunale Entwicklungspolitik wollen wir unseren Landkreis nachhaltig weiterentwickeln und das Engagement ausbauen und stärken. Dafür wollen wir zur Erreichung der Agenda 2030 mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen beitragen und den Anteil der Fairen Beschaffung erhöhen.

Wir laden herzlich dazu ein, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen!

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Über die kommunale Entwicklungspolitik

 

Meilensteine der kommunalen Entwicklungspolitik

  • 1992 – Rio-Konferenz über Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen („Erdgipfel“): Das Aktionsprogramm Agenda 21 sieht Kommunen als unverzichtbaren Akteure für eine nachhaltige Entwicklungspolitik und wird zum Anstoß eigene Lokale Agenden zu erstellen.
  • 2000 – Millennium-Erklärung der Vereinten Nationen: Die Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDGs) sollen zur Armutsbekämpfung auf allen öffentlichen Ebenen beitragen.
  • 2005 – Paris-Deklaration: Internationales Abkommen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern mit dem Ziel, die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit – u.a. durch eine Partnerausrichtung – zu verbessern.
  • 2007 – Bericht über lokale Gebietskörperschaften und Entwicklungszusammenarbeit des Europäischen Parlaments: Kommunen werden als „unverzichtbare Partner“ in der Entwicklungspolitik gewürdigt.
  • 2010 – Beschluss des Bund-Länder Ausschusses Entwicklungszusammenarbeit (BLA EZ): Rolle der Kommunen in der Entwicklungspolitik soll weiter gestärkt und in den staatlichen Mehrebenenansatz einbezogen werden.
  • 2013 – Eigener Haushaltstitel zur Förderung der kommunalen Entwicklungspolitik im Programm der Servicestelle Kommunen für die Eine Welt (SKEW): Unterstützungsangebote für kommunale Entwicklungspolitik wachsen.
  • 2015 – Verabschiedung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen: Kommunen spielen eine zentrale Rolle bei der Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs).

Potenziale der Kommunen in der Entwicklungspolitik

  • Bürgernähe: Kommunen sollen ihrer Bevölkerung den Zusammenhang zwischen lokalem Handeln und globalen Auswirkungen vermitteln.
  • Fachwissen und Erfahrung: Partnerschaftlicher Austausch von Fach- und Erfahrungswissen auf „Augenhöhe“ im internationalen Dialog.
  • Kommunale Betroffenheit: Globale Probleme stellen sich ganz konkret in den Kommunen, die im Rahmen ihrer Zuständigkeiten lokale Lösungen finden müssen. Hierzu wird immer häufiger der internationale Dialog gesucht.
  • Kommunale Nachfragemacht: Die öffentliche Hand gibt bundesweit 480 Milliarden Euro für die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen aus. Davon vergeben die Kommunen gut 60 Prozent. Die Berücksichtigung fairer Kriterien bei der Beschaffung kann zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingung führen.
  • Politischer Handlungsspielraum: Der politische Rahmen ist weitgehend durch Beschlüsse und Absichtserklärungen auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene abgesteckt und die Kommunen als Akteure der Entwicklungspolitik zunehmend anerkannt.

    Chancen der kommunalen Entwicklungspolitik

    • Förderung bürgerschaftlichen Bewusstseins über globale Zusammenhänge und Entwicklungspolitik
    • Beitrag zu internationalen Vereinbarungen leisten und Vorbildfunktion gerecht werden
    • Profilierung und Imageverbesserung der Kommune
    • Verbesserung der Verwaltungsethik durch Qualifizierung von Verwaltung und anderen Akteuren der kommunalen Entwicklungspolitik
    • Förderung der Integration von Migranten und Stärkung der Projekte durch Einbeziehung der Migranten
    • Aufbau von Wissenschafts- und Wirtschaftsbeziehungen (lokal, national, international)
    • Verbreitung von Know-how durch interkollegialen Austausch und Weiterentwicklung aufgrund von „Süd-Nord-Lernen“
    • Beratung und Finanzierung konkreter Vorhaben
    • Impulse für die lokale Wirtschaft durch neue Kontakte und Handelsbeziehungen

       

      Auf den nachfolgenden Seiten erfahren Sie mehr über die Agenda 2030 und die Faire Beschaffung.

       

      Für den Inhalt dieser Seite ist allein der Landkreis Lindau (Bodensee) verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Engagement Global gGmbH/ Servicestelle Kommunen in der Einen Welt und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wider.