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Freilandhaltung von Schweinen ist genehmigungspflichtig

Die Freilandhaltung von Schweinen ist aufgrund der exponierten Haltungsform, die einen Kontakt mit Wildschweinen oder anderen Wildtieren ermöglicht, mit einer tierseuchenrechtlichen Genehmigung verknüpft. Der Eintrag kann formlos unter Angabe der Grundstücksgröße, Besatzzahl und Lageskizze beim Veterinäramt gestellt werden. Andere Rechtsbereiche bleiben davon unberührt.

Aktuell verdeutlicht die sich von Osten her ausbreitende Afrikanische Schweinepest, warum es für die Veterinärämter wichtig ist, alle Freilandhaltungen im Landkreis zu kennen.

 

Anforderungen an die Freilandhaltung:

  • Das Gelände für die Freilandhaltung muss doppelt eingezäunt sein. Dies schließt die Gebäude mit ein. Damit soll ein Kontakt zwischen Wildtieren bzw. Wildschweinen und Schweinen anderer Betrieben mit den „Freilandschweinen“ verhindert werden. Der Außenzaun muss mindestens 1,50 Meter hoch sein, am besten als Wildzaun ausgeführt und unterwühlsicher sein. In 1,50 – 2,00 Meter Abstand folgt der Innenzaun. Er kann genauso ausgeführt oder als Elektrozaun mit 2 – 3 Litzen gestaltet werden. Der Bodenabstand der Litzen sollte 15,30 bis 15,40 cm betragen. Es ist darauf zu achten, dass die stromführenden Litzen frei von Bewuchs gehalten werden.
  • Die Ein- und Ausgänge müssen gegen unbefugtes Betreten bzw. Befahren gesichert werden. Die Freilandhaltung ist gegen Dritte durch das Schild „Schweinebestand – Unbefugtes Füttern und Betreten verboten“ kenntlich zu machen.
  • Zusätzlich müssen gebäudliche Einrichtungen vorgehalten werden, wenn aus tierseuchenrechtlichen Gründen eine anderweitige Unterbringung als das Freigelände erfolgen muss.
  • Es müssen ein Umkleideraum samt Schutzkleidung, Räume bzw. Behälter zur wildschweinsicheren Lagerung von Futter und Einstreu vorhanden sein.
  • Ein Raum oder ein geschlossener Behälter zur Lagerung toter Schweine muss vorgehalten und so aufgestellt sein, dass das TBA-Fahrzeug das Betriebsgelände nicht befahren muss.
  • Einsatzbereite Vorrichtungen zur Reinigung und Desinfektion der Schutzkleidung, Schuhe, Gerätschaften und Fahrzeuge müssen vorgehalten werden.

 

Weitere Hinweise: Verwendete Schutzhütten sollten stabil und groß genug geplant werden. Pro ausgewachsenem Schwein (ca. 100 KG) sollte eine Fläche von 0,6 – 1,0 Quadratmeter vorhanden sein. Hütte und Boden müssen gegen Hitze und Kälte gut gedämmt werden. Die Hütte und insbesondere deren Eingang sollte windgeschützt aufgestellt werden. Der Boden sollte wasserdurchlässig sein und nicht verschlammen. Schweine nutzen eine Suhle gern, sie sollte jedoch nicht das gesamte Freigelände umfassen. Wichtig ist auch eine gesicherte Tränkewasserzufuhr (frostsicher!). Größere Schweine können bis zu 10 Liter saufen.

Weitere Hinweise zur praktischen und tierschutzgerechten Umsetzung der Freilandhaltung finden sich in der Fachliteratur bzw. im Internet. Offene Fragen können mit dem Veterinäramt im Zuge des Genehmigungsverfahrens besprochen werden.