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16.02.2026

Rund 25 Ärztinnen und Ärzte setzen mit dem Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin ein starkes Zeichen für die zukünftige Gesundheitsversorgung im Landkreis Lindau

Landkreis Lindau (Bodensee) – Die Sicherung der hausärztlichen Versorgung im Landkreis Lindau bleibt eine der zentralen Zukunftsaufgaben der Region. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor zur Bewältigung dieser Aufgabe ist die Gewinnung und Bindung von Nachwuchskräften. Mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung zur Reaktivierung des Weiterbildungsverbunds Allgemeinmedizin hat der Landkreis am 05. Februar 2026 einen wichtigen Schritt unternommen, um die medizinische Versorgung langfristig zu stärken. Rund 25 Ärztinnen und Ärzte aus Praxen und Kliniken des Landkreises kamen zusammen, um gemeinsam Perspektiven für die zukünftige ärztliche Versorgung zu schaffen.

„Die Sicherung der medizinischen Versorgung ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam bewältigen können. Nachhaltige Lösungen entstehen durch starke Partnerschaften und Projekte, die von vielen Akteuren gemeinsam getragen werden“, betont Landrat Elmar Stegmann. „Gerade bei einer so relevanten Frage wie der bestmöglichen ärztlichen Versorgung in Zukunft, ist jetzt die Zeit, Verantwortung zu übernehmen und konstruktiv zusammenzuarbeiten. Es freut mich besonders, dass an der Auftaktveranstaltung nicht nur Ärztinnen und Ärzte aus dem ambulanten und stationären Bereich teilnahmen, sondern auch aus dem oberen und unteren Landkreis. Dies unterstreicht die regionale Breite und Verankerung des Verbundes.“

Seit der Gründung der Gesundheitsregionplus im Jahr 2021 bildet die Sicherung der ärztlichen Versorgung einen zentralen Arbeitsschwerpunkt. Insbesondere im Bereich der hausärztlichen Versorgung bestehen weiterhin Herausforderungen. Trotz intensiver Bemühungen sind im Planungsbereich Lindenberg aktuell 6,5 hausärztliche Sitze unbesetzt – eine Entwicklung, die landesweit ländliche Regionen vor große Herausforderungen stellt.

Um neue Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen und langfristig an den Landkreis zu binden, hat die Gesundheitsregionplus des Landkreises Lindau (Bodensee) deshalb die Wiederbelebung des Weiterbildungsverbunds Allgemeinmedizin initiiert. Bereits vor Corona gab es diesbezüglich erste Bestrebungen im Westallgäu. Zusammen mit den Kooperationspartnern aus Ärzteschaft, Kliniken und weiteren Akteuren wurde nun die konkrete Ausgestaltung des Verbundes erarbeitet. Durchgeführte Analysen und Gespräche haben gezeigt, dass verlässliche Weiterbildungsstrukturen, transparente Rahmenbedingungen und eine frühe persönliche Bindung an die Region entscheidende Faktoren sind, um Ärztinnen und Ärzte langfristig für den Landkreis zu gewinnen.

„Mit dem Weiterbildungsverbund schaffen wir erstmals wieder eine strukturierte, verlässliche Perspektive für angehende Allgemeinmedizinerinnen und Allgemein-mediziner im Landkreis Lindau. Gute Weiterbildung ist der Schlüssel dafür, dass junge Ärztinnen und Ärzte hierbleiben oder sich bewusst für unsere Region entscheiden“, betont Thomas Kaleja, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregionplus des Landkreises Lindau (Bodensee).

Der Weiterbildungsverbund hat das Ziel, angehenden Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern eine strukturierte, verlässliche und regionale Weiterbildung zu ermöglichen. Die ärztliche Weiterbildung soll dabei möglichst vollständig im Landkreis stattfinden. Durch die enge Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung erhalten junge Ärztinnen und Ärzte frühzeitig Einblick in die Versorgungsrealität vor Ort und können nachhaltige berufliche Perspektiven entwickeln. Die Asklepios Klinik Lindau ist in den klinischen Teil der Weiterbildung eingebunden und stellt den stationären Ausbildungsort im Landkreis dar. In der Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Praxen werden die Weiterbildungsinhalte abgestimmt, sodass die Übergänge zwischen stationärer und ambulanter Weiterbildung strukturiert gestaltet werden.

Der Weiterbildungsverbund wird fachlich begleitet von der Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin Bayern (KoStA). Dr. Cornelia Dodeller, stellvertretende Leiterin der KoStA, brachte ihre landesweite Expertise bei der Auftaktveranstaltung ein und unterstützte die Konzeption des Verbundes mit wertvollen Impulsen. Ihre Erfahrung aus anderen bayerischen Weiterbildungsverbünden trägt dazu bei, die Weiterbildung qualitativ hochwertig landesweit anschlussfähig und zugleich regional verankert zu gestalten.

Eine zentrale Rolle in der Vorbereitung und inhaltlichen Ausgestaltung des Weiterbildungsverbundes kam zudem dem Ärztlichen Kreisverband Lindau zu. Unter der Mitwirkung des 1. Vorsitzenden, Dr. Klaus Adams, wurde die regionale Ärzteschaft frühzeitig eingebunden und der fachliche Austausch zwischen ambulantem und stationärem Bereich intensiviert. Durch diese enge Zusammenarbeit konnte eine tragfähige Grundlage für den Weiterbildungsverbund geschaffen werden.

Der Weiterbildungsverbund ist Teil einer umfassenden Strategie des Landkreises zur Stärkung der ambulanten Versorgung. Ein weiterer Bestandteil dieser Strategie ist die Kampagne „MedPlus Lindau – Deine Praxis. Dein Plus.“, die gezielt Ärztinnen und Ärzte sowie medizinische Fachangestellte anspricht und Lindau als attraktiven Arbeits- und Lebensort positioniert. Weiterbildung, Willkommenskultur und regionale Vernetzung greifen hierbei ineinander.

Der Weiterbildungsverbund bleibt weiterhin offen für neue Mitglieder. Weitere Ärztinnen und Ärzte, Praxen und Kliniken können jederzeit einsteigen und sich aktiv an der Ausbildung angehender Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner beteiligen. Auf diese Weise wird der Verbund weiter gestärkt und trägt zur langfristigen Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Landkreis Lindau bei.