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18.10.2024

Obere Argen: Grenzbrücke für den Verkehr frei gegeben +++ Bauwerk ist für viele Menschen von großer Bedeutung

Lindau (Bodensee) – Der Lindauer Landrat Elmar Stegmann und der stellvertretende Landrat von Ravensburg Dr. Andreas Honikel-Günther haben gemeinsam mit den Bürgermeistern Roland Sauter aus Argenbühl und Stephan Höß aus Röthenbach sowie mit Behördenvertretern und Firmen die neu errichtete Brücke über die Argen eingeweiht. Vor Ort war auch der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Raimund Haser, Pfarrer Harald Lorenzen aus Lindenberg hat die Brücke gesegnet. „Diese Brücke ist mehr als nur ein Bauwerk – sie steht symbolisch für den Zusammenhalt und die enge Zusammenarbeit zwischen Bayern und Baden-Württemberg und zwischen den Landkreis Lindau und Ravensburg,“ so der Lindauer Landrat Elmar Stegmann. „Mit diesem Neubau haben wir ein verbindendes Element geschaffen, das für viele Menschen in unserer Region von großer Bedeutung ist – heanad und deanad!“

Beide Vertreter der Landkreise dankten all jenen, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. Ein besonderer Dank ging dabei an die Grundstückseigentümer, die bereit waren, ihre Flächen für den Bau zur Verfügung zu stellen. „Sie haben damit einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung dieses wichtigen Projekts geleistet,“ so Dr. Andreas Honikel-Günther, stellvertretender Landrat aus Ravensburg. Auch den Anwohnern, die den Bauprozess mit großer Geduld begleitet haben, wurde gedankt. Ebenso den Mitarbeitern beider Landkreise, dem Staatlichen Bauamt Kempten, dem Regierungspräsidium Tübingen, den beteiligten Planungsbüros und Firmen sowie den beiden Gemeinden Argenbühl und Röthenbach. „Ihre gute Zusammenarbeit war der Schlüssel zum Erfolg dieses Bauvorhabens,“ lobte Landrat Elmar Stegmann. Die neue Brücke leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit und zur Stärkung der regionalen Infrastruktur. Sie dient Autofahrern, Landwirten, Radfahrern und Fußgängern gleichermaßen und ist für viele Menschen ein täglicher Begleiter auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder bei Freizeitaktivitäten.

Wie eng die Region verzahnt ist, zeigt sich aktuell auch bei der Gesundheitsversorgung. Beide Landkreise arbeiten derzeit intensiv an der Verbesserung der medizinischen Versorgung im Westallgäu und auf württembergischer Seite. Eine der Überlegungen ist der Bau eines neuen Krankenhauses, das den Menschen in beiden Regionen zugutekommen würde. „Diese Brücke heute steht also nicht nur für die Verbindung von Ufern, sondern auch symbolisch für unsere Vision, die Menschen in der Region besser zu versorgen – ob im Verkehr oder in der Gesundheitsinfrastruktur,“ sagte Landrat Elmar Stegmann.

Technische Daten und Herausforderungen

Die alte Brücke aus dem Jahr 1926 war baulich nicht mehr instand zu setzen. Sie war zu klein dimensioniert, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden, insbesondere für landwirtschaftliche Maschinen. Zudem entsprachen die Sichtweiten nicht den heutigen Sicherheitsstandards. Eine Sanierung war aufgrund des maroden Zustands nicht mehr möglich und so war der Neubau unausweichlich, auch wenn sich einige Kritiker gegen dieses Vorhaben ausgesprochen hatten. Wenn Brücken nicht rechtzeitig erneuert werden, können die Folgen an anderen traurigen Beispielen gesehen werden, wie jüngst am Einsturz der Carolabrücke in Dresden.

Kosten und Förderung
Die Gesamtkosten für den Neubau der Brücke belaufen sich auf 2,32 Millionen Euro, und die Gesamtkosten inklusive des Straßenbaus betragen 3,805 Millionen Euro. Diese Kosten werden fair zwischen Bayern und Baden-Württemberg geteilt. Auf den Landkreis Lindau entfallen Kosten in Höhe von 1,253 Millionen Euro.

„Ein besonders herzlicher Dank gilt dem Freistaat Bayern, der dieses Projekt mit 878.000 Euro fördert, was 70 Prozent der förderfähigen Kosten entspricht. Diese großzügige Unterstützung unterstreicht auch die Anerkennung des Freistaats für die Dringlichkeit und Notwendigkeit dieses Brückenneubaus,“ so der Lindauer Landrat.

Naturschutz

Auch die Umwelt wurde beim Bau der Brücke im Blick behalten. So wurde beispielsweise durch spezielle Zäune auf dem Brückengeländer ein Schutz für Fledermäuse eingerichtet, um Kollisionen mit Fahrzeugen zu vermeiden.

K 8011 Verlegung des Anschlusses an die B 12 bei Eglofstal
Ebenfalls für den Verkehr frei gegeben, wurde ein neu gebautes Stück der Kreisstraße 8011 von der Argenbrücke bis zur B 12. Auch hier gab es erhebliche Mängel, der Zustand der Straße war schlecht und sie war zu klein dimensioniert. Zudem durchschnitt sie die dortige Bebauung. Die bestehende Einmündung in die B 12 entsprach ebenfalls nicht den sicherheitsrelevanten Anforderungen in ihrer Dimensionierung und den notwendigen Sichtweiten.

Zukunftsaussichten der Kreisstraße LI 12

Auch die Kreisstraße LI 12 von der Grenzbrücke bis Steinegaden soll sicherer werden. Die Trassierung kann und soll soweit wie möglich auf dem Bestand bleiben aber soweit als nötig von der Bebauung abrücken und enge Radien und unübersichtliche Kuppen, wie sie jetzt vorhanden sind, vermeiden.
Zum Ausbau hat am 25. Oktober 2023 in Röthenbach ein Gespräch mit den Anliegern stattgefunden. Für den Bereich Happareute wurden in dem Gespräch von den Anliegern verschiedene Umfahrungsvarianten vorgeschlagen, die am 16. Juli 2024 vor Ort mit den betroffenen Bürgern begangen wurden. Die Ergebnisse aus diesem sehr konstruktiven Gespräch werden derzeit ausgearbeitet. Auf der Basis dieser Ausarbeitungen wird dann der Planungsdialog mit den Bürgern fortgesetzt.