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18.09.2024

«Mit Rad & Haube« verlängert

Lindau (Bodensee) – Ein vielfaches Hoch auf die Sonderausstellung „Mit Rad & Haube“ im Deutschen Hutmuseum Lindenberg, ein Kooperationsprojekt des Hutmuseums, des Landkreises Lindau (Bodensee) und des Deutschen Fahrradmuseums Bad Brückenau: Weil die Nachfrage so groß ist, verlängert das Deutsche Hutmuseum die Sonderausstellung bis einschließlich 6. Januar 2025.

Manch ein Älterer wird wehmütig, Jüngere können sich kaum vorstellen, wie die Menschen früher auf Hochrädern flott unterwegs waren: Die Sonderausstellung „Mit Rad & Haube“ zeigt nicht nur 45 historische Fahrräder aus drei Jahrhunderten – zur Radmode gehörten meist auch passende Hüte, die ebenfalls präsentiert werden. Auch kuriose Details wie ein elektrischer Scheinwerfer von 1928 oder eine Notbereifung aus dem Zweiten Weltkrieg werden gezeigt.

Star ist ein Rennrad aus dem Allgäu mit original weißen Ventilen, genauer ein Semiracer der „Süddeutsche Fahrzeugbau München/Kempten“, wohl aus dem Jahr 1905. Erste Lauf- und Tretkurbelräder, wagemutige Hochräder und dann endlich um 1900 das Rad, das für die Massen erschwinglich wurde, sind zudem zu sehen. Weitere faszinierende Gefährte sind beispielsweise ein französisches Tretkurbelrad mit vollgummibereiften Laufrädern, Stahlfelgen und Drahtspeichen, wohl aus dem Jahr 1872, oder ein Polizeirad aus den 1950er-Jahren.

Wer sich für Fahrradgeschichte aus der Region interessiert, wird in der Sonderausstellung „Mit Rad & Haube“ fündig. Beeindruckend sind die Fahrrad-Standarten: Die handwerklich hochwertig gearbeiteten und schön geschmückten Fahnen wurden von den Fahrradfahrern bei jedem Fest stolz mitgeführt. Lange als verschollen galt die Standarte aus Opfenbach – bis man einen Aufnäher von der Turner-Standarte entfernte und dort ein aufwändig gestickter Radfahrer zum Vorschein kam. Als nach dem Zweiten Weltkrieg dem Verein das Material für eine neue Standarte fehlte, hatte man kurzerhand die Standarte des aufgelösten Radler-Vereins umgearbeitet. Noch heute kann man die Spuren des alten Radler-Grußes darauf entdecken.

Info: Von Nachlässen bis hin zu mehr als 5000 heimatkundlichen und geschichtlichen Büchern und Zeitschriften: Das Heimatkundliche Dokumentationszentrum des Landkreises Lindau in Weiler im Allgäu bewahrt Schätze der historischen und heimatkundlichen Forschung. Dazu gehören auch Kreis- und ortsgeschichtliche Sammlungen, Festschriften, Fotos, Ansichtskarten, historische und topografische Karten und Pläne, Zeitungsbände des Westallgäuers und Vorläufers ab 1854, Amts- und Regierungsblätter (ab 1803) sowie Gesetz- und Verordnungsblätter (ab 1818), Nachlässe verschiedener Heimatforscher und eine Kunstsicherungskartei mit fotografischen Bestandsaufnahmen und Beschreibung von Kircheninventaren.

Wer Interesse an Heimatgeschichte hat oder Möglichkeiten zum Recherchieren sucht, ist dort willkommen und kann per E-Mail (hdz@landkreis-lindau.de) einen Termin vereinbaren oder den kostenlosen Newsletter abonnieren. Damit informiert das Heimatkundliche Dokumentationszentrum über Interessantes und Neuerwerbungen.