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04.02.2020

"Draußen umgeschaut" Februar/März 2020 - Der Huflattich

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ alle zwei Monate eine Tier- oder Pflanzenart in der lokalen Presse und auf den Internetseiten des Landschaftspflegeverband beim Landkreis Lindau (Bodensee) vor.

Der Huflattich (Tussilago farfara) gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae). Die Gattung umfasst nur diese eine Art. Zu seinen Verwandten gehören beispielsweise die Pestwurz-oder Kreuzkraut-Arten. Der deutsche Name des Huflattichs leitet sich von den pferdehufähnlichen Blättern ab. Der Rhizom-Geophyt bildet im zeitigen Frühjahr zuerst den 7-30 cm hohen Blütenstand aus. Der Blütenstängel ist mit Schuppenblättern versehen. Jeder Stängel trägt eine endständige Einzelblüte. Erst nach der Blüte erscheinen die bis zu 20 cm breiten, herz- bis hufförmigen Blätter. Ein weiteres Charakteristikum ist die weißgraufilzige Behaarung auf der Blattunterseite. Die Pionierpflanze kommt an Weg- und Straßenrändern sowie an Ackerrainen auf vornehmlich kiesig-lehmigen Böden vor. Das Vorkommen erstreckt sich von der Ebene bis ins Hochgebirge. In den Alpen ist er wohl in Höhen bis 2.300 m zu finden. Bei uns im Landkreis findet man den Huflattich in Kiesgruben oder offenen, kiesigen Bodenstellen. Da er über einen Meter tief wurzeln kann gilt er als wichtiger Bodenfestiger.

Der Gattungsname Tussilago leitet sich lateinisch von „tussis“ = Husten und „agere“ = vertreiben ab. Damit wird auf die volksheilkundliche Verwendung des Huflattichs hingewiesen: die Blätter und die Blütenkörbchen liefern ein bekanntes und bewährtes Hustenmittel. Der Huflattich wurde auch als Tabakersatz genutzt. Weitere Namen, die auf Blütezeit und Verwendung Rückschlüsse geben sind Märzblümli oder Wilder Rharbarber. Eine Einnahme als Tee, Salatbeigabe oder Bestandteil von Kräutersuppen sollte nicht länger als 4-6 Wochen im Jahr erfolgen, da neben den heilenden Stoffen auch giftig wirkende Pyrrolidizin-Alkaloide in der Pflanze enthalten sind. Zum Jahresbeginn dienen die Blüten des Huflattichs als eine der ersten Nahrungspflanzen für Insekten wie Bienen, Käfer, Schwebfliegen und Schmetterlinge. An den Blättern fressen beispielsweise die Raupen des Blut- oder Jakobskrautbärs, einem Nachtfalter.

Quellen/Literatur:

Dörr E. & Lippert W. (2004): Flora des Allgäus und seiner Umgebung, Bd. 2, IHW-Verlag, Eching
Düll R. & Kutzelnigg H. (2011): Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Auflage, Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim
Jäger E. J. (Hrsg.) (2016): Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland  Gefäßpflanzen: Grundband, 21. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag
Gaissmayer D.: Zauberkräuter, Herausgegeben durch die Staudengärtnerei Gaissmayer

Text/Foto: Holger Bayer