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14.02.2019

"Draußen umgeschaut" Februar/März 2019 - Der Märzenbecher

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ alle zwei Monate eine Tier- oder Pflanzenart in der lokalen Presse und auf den Internetseiten des LPV beim Landkreis Lindau (Bodensee) vor.

Wenn der Schnee sich nun im nahenden Frühling langsam zurückzieht, kann man die ersten Frühlingsboten entdecken. In unseren Gärten findet man gepflanzte Schneeglöckchen (Galanthus spec.), Blausterne (Scilla spec.), Krokusse (Crocus spec.) oder Kontenblumen (Leucojum spec.). In unseren Wiesen und Wäldern wächst dann auch der heimische Märzenbecher (Leucojum vernum), der zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) gehört. Mancherorts ist kaum festzustellen, ob es sich um ein natürliches Vorkommen oder ein durch den Menschen eingebrachten oder verwilderten Bestand handelt. Natürlicherweise kommt der Märzenbecher vor allem an nährstoffreichen Standorten in feuchten Laumischwäldern, in Gebüschen, auf extensiv genutzten feuchten Wiesen oder an Bachufern vor. Bei uns im Landkreis ist der Märzenbecher, der auch Frühlings-Knotenblume genannt wird, überall verbreitet.

Diese typische Pflanzenart des Frühlings blüht von Februar bis in den April. Sie nutzt bei steigenden Temperaturen die lichtreiche Zeitspanne, in der die Bäume noch kein Laub tragen, um zu blühen. Die mehrjährige, bis zu 30 cm hohe Pflanze ist aus mehreren ganzrandigen, linealischen und rein grünen Blättern und 1-2 becherförmigen Blüten zusammengesetzt. Die weißen Blüten werden beispielsweise von Bienen, Hummeln oder Tagfaltern bestäubt. Neben der Selbstaussaat helfen bei der Ausbreitung der reifen Früchte auch Ameisen. Sie interessieren sich für die an den Samen hängenden fettreichen Anhängsel, die sogenannten Elaiosomen. Nach der Fruchtreife sterben die oberirdischen Pflanzenteile bis in die frühen Sommermonate ab. Der Märzenbecher gehört zu den sogenannten Geophyten. Dies sind Pflanzenarten, die ihre Knospen unter der Erdoberfläche, hier mit einer Zwiebel, überwintern.

Die Frühlings-Knotenblume wird seit dem Mittelalter als Zierpflanze genutzt. Die natürlichen Vorkommen stehen unter gesetzlichem Schutz. Die Pflanze selbst ist auf der Roten Liste Bayerns als gefährdet eingestuft.

Quellen/Literatur:

Dörr E. & Lippert W. (2004): Flora des Allgäus und seiner Umgebung, Bd. 2, IHW-Verlag, Eching

Düll R. & Kutzelnigg H. (2011): Taschelexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7.Auflage, Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim

Eckehart J. Jäger (2017): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. 21. Auflage, Springer Spektrum, Berlin Heidelberg

Landolt et. al. (2010): Flora indicativa, Haupt Verlag, Bern, Stuttgart, Wien


Text: Holger Bayer und Michaela Berghofer / Fotos: Michaela Berghofer